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Protest gegen Bildungspolitik

Studenten besetzen Kieler Hörsaal

18. November 2009 | 22:45 Uhr | Von Tobias Fligge

Studenten der Uni Kiel haben Mittwochabend einen Hörsaal besetzt. Nach der Demo des Bildungsbündnis' Kiel kam es zu einer kurzfristig organisierten Vollversammlung.

In einer Abstimmung beschlossen etwa 300 Studenten, die ehemalige alte Mensa zu blockieren. Ihr Ziel ist es, den Forderungen nach einem besseren Bildungssystem Nachdruck zu verleihen. Ein konkreter Forderungskatalog soll in den nächsten Tagen gemeinsam erarbeitet werden. "Wir gründen jetzt Arbeitsgruppen, die unsere Inhalte ausformulieren", sagt die Studentin Paula Fritz. "Zunächst geht es darum Raum und Zeit zu gewinnen".

Die Besetzung wurde zum aktuellen Zeitpunkt von der Universität geduldet. Eine offizielle Stellungnahme vom Präsidium gab es jedoch nicht.

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Leserkommentare

 
MIRCO 18.11.2009 22:57
Studentenproteste

Studentenproteste-eine lang erwartete Chance?

tysketeser.blogspot.com

KATHARINA 19.11.2009 00:18
Veränderung nötig!

Es muss sich endlich etwas bewegen an der CAU, zu vieles ist im Argen!.. Überfüllte Hörsäle, schlechte Ausstattung, zu wenig Angebote auf dem Campus außerhalb der Lehrveranstaltungen und fehlende Betreuung sind nur ein Teil der Missstände.
Ich hoffe, dass es zum Dialog kommt und sich Dinge tatsächlich zum Positiven ändern. Allen Beteiligten wünsche ich viel Erfolg!

BERND LIEFERT 19.11.2009 00:49
Realitätsschock

Da stößt wohl einigen sauer auf, dass die Uni doch keine einzige Party ist, sonder man sich tatsächlich mal aufn Arsch setzen und arbeiten muss. Jahrelang. Surprise!

BENJAMIN 19.11.2009 05:25
@Bernd L.

Höchst erbauliche Aussage, kann nur von jemandem stammen der sich mit dem Thema nicht richtig beschäftigt hat. - Die Forderung bezüglich BA/MA-System lautet, dass es sich nicht am Zeitaufwand, sondern am Inhalt orientieren sollte. Hier schreit keiner nach mehr Parties, sondern lediglich nach einer realistischen Beurteilung des vermittelten Lerninhalts. Der Großteil der Forderungen die gestellt werden haben ohnehin nichts mit dem Lerninhalt oder dem Lernumfang zu tun, sondern primär mit den Lernbedingungen. Komplett fehlgestaltete Studiengänge, teils grottenschlechte Betreuung und überfüllte Hörsäle seien hier als Punkte genannt. Auch die zu geringen Mitbestimmungsmöglichkeiten der Studenten wird hier kritisiert. - Einfach mal googeln, dann findet man die Forderungen sogar hübsch aufgelistet.

DR. JUR. THEODOR VON CAMPE 19.11.2009 07:10
Ich war da !

An der CAU. Patientenbesuch. Chaotische Zustände im gesamten Laden !
Was sich da in den letzten fünf Jahren "nach unten" bewegt hat ist
unerträglich !
Aufräumen, Klar Schiff machen dort mit dem Chaos !

BERND LIEFERT 19.11.2009 09:02
Als Ob

Jemand der vorgibt StEx gemacht zu haben kennt sich natürlich fabelhaft mit BA/MA aus. Vieleicht hätten sich die Damen und Herren Studenten mal für nen vernünftigen Studiengang einschrieben sollen, anstatt im sozialwissenschaftlichen Sumpf zu versinken. Taxifahrer kann man auch schneller woanders werden.

F. PAMPEL 19.11.2009 11:07
Jaja

Ein Realitätsschock ist es lange nicht mehr, wenn ich aus dem Alptraum nicht mehr erwache. Sicherlich, Leistungsgesellschaftsbla bringt genau diese Mantras hervor... "sich auf den Arsch setzen". Natürlich setzt man sich auf den Popo - mir fällt auch momentan kein anderes Körperteil ein... - und man sitzt da auch jahrelang. Aber wenn ich dann so da saß, und am Ende nur bewiesen habe, dass ich ganz gut im Auswendiglernen von hochkomprimiertem und damit verkürztem Wissen bin, nicht selbstständig-kritisch denken muss um einen Kurs zu meistern, nichts "verstehen lernen" muss, mir dafür aber dann Fachergänzung als besondere Qualifikationsboni bekomme - dann ja! Surprise! Uni, war das nicht was anderes, irgendwas mit Bildung?
Was den sozialwissenschaftlichen Sumpf betrifft, da scheint Herr Liefert nicht so ganz auf dem Laufenden zu sein, obwohl ja Sumpf als naturbelassenes, "lebendiges" Biotop ja was für sich hätte. Zum einen wird dieser Sumpf seit einiger Zeit durch die Bologna-Drainage trockengelegt - nix mehr HippiHippiYe, andererseits der Boden durch den zunehmenden Anteil von quantitativen Methoden in den Sozialwissenschaften verdichtet. Allgemeine Soziologie ist eine bedrohte Spezies.
Letztlich: Taxifahren war gestern, Praktika in der Handlangerbranchen der Wirtschaft heißt es heute.

MATZ CLAUSEN 19.11.2009 11:53
Arme Studenten

Man hört auf zu weinen!
Später man ordentlich Kohle verdienen wollen, aber nix dafür tun wollen. Hört sich an wie eine Forderung der Linkspartei!
Leistung erfordert Leistung! Es fällt nicht einfach vom Himmel!
Liebe Studenten lässt doch einfach die Parties weg und macht nicht mehr so viel Antifa-Demos mit, dann wirds auch mit dem Lernen!
Alles Gute auf den Weg der Besinnung wünsche ich!

TIMSEN 19.11.2009 13:00
Studierendenproteste

Naja, Kommentare wie von Herrn Liefert oder Herrn Clausen zeugen nur von einer liebevollen Pflege von Vorurteilen, aber nicht von Wissen um die Missstände im heutigen Bildungswesen. Ansonsten ist es natürlich nur positiv, wenn Menschen sich auch gesellschaftspolitisch engagieren und sich z.B. auf Antifa-Demos gegen rechte Umtriebe stellen. Leider stehen solchem Engagement wie auch dem Erlernen der Wissenschaft ja die BaMa-Studiengänge, die die Studierenden in ein allzu enges Zeitkorsett pressen, entgegen.

LASSE MEMPEL 19.11.2009 13:19
Überraschung

Trotz der üblichen Pablowschen Reflexe der Lieferts und Clausens dieser Republik hat sich bereits etwas verändert in diesem Land: Die Kritk der katastrophalen Zustände an den Universitäten ist weit genug in den gesellschaftlichen Mainstream vorgedrungen, dass sich etwas bewegt. Und zwar durch direkte Aktion, man hätte es nicht gedacht...

KLAUS 68 19.11.2009 13:23
Phantasienamen

Man sollte es mit den Namen nich so toll treiben, nennen Sie sich doch Dr. jur Theodor von Hartz IV.

SARAH 19.11.2009 22:38
Nicht aufgepasst- Realitätsfern

Hier wurde einmal mehr nicht aufgepasst wenn ich mir diese Beiden, Liefert und Clausen, ansehe! Es geht hier vor Allem darum, dass es nicht möglich ist das Wissen, welches man während eines Studiums erlangen sollte in dieser Zeit nicht schaffen kann. So paukt man vor den Klausuren, die natürlich alle im Block sind das Wissen ein, kann es aber weder anweden noch sich merken! Es werden also stuhr auswendig lernende Studenten, die aber am Ende ihres Studiums kaum einen weitreichenden Eindruck ihres Studienfaches erlagen noch diesen wiedergeben können herangezogen. Was helfen sie der Wirtschaft dann? Die Studenten können sich teilweise nicht auf ihren Po setzen, da es nicht genügend Stühle in den runtergekommenen Räumen gibt, weil die Kurse so groß sind!

BERND LIEFERT 19.11.2009 23:14
Unlösbare Probleme

Sie beschweren sich also darüber, dass sie sich den Stoff nicht merken können. Nun, da hilft selbstverständlich nur Demonstrieren. Am besten für mehr Hirn.

HENNING SIEVERT 19.11.2009 23:37
Henning

Ich muss mich doch sehr wundern, wie sehr hier viel eher geböbelt als diskutiert wird. Wer die Ohren aufspannt, könnte lauschen, dass es hier nicht darum geht, Partys zu feiern, weniger zu lernen, veranstaltungen zu versäumen oder ähnliches.

Viel mehr ist das Motto dieses Bildungsstreiks doch eine Verbesserung und ein Hilferuf derer, die anderweitig scheinbar kein Gehör mehr finden. Es geht darum, Bildung nicht als Luxus zu behandeln, sondern frei zugänglich zu machen, Chancengleichheiten zu schaffen, und ein besseres Lernen für alle Beteiligten zu schaffen. Dazu gehören nicht nur die Studenten, betroffen sind mindestens genauso alle Schüler, Lehrer, Dozenten etc. Bildung ist es doch, die uns erst zu mündigen Bürgern machen kann, und das sollte doch eines der höchsten Ziele einer Demokratie sein, oder irre ich mich?

Und was ist eigentlich am Demonstrieren zu verurteilen? Ist es nicht schön, dass es Leute gibt, die noch eine eigene Meinung vertreten können, Ideale haben? Solidarität schwimmt leider dahin. und dann kommt noch ein Bernd Liefert mit gefährlichen Halbwissen, und feiert darauf eine Party. Ich dachte sowas machen nur Studenten?

MALTE 19.11.2009 23:40
Herr Liefert

Wie wärs, Sie noch einmal zur Universität! Studieren Sie im BA/MA System und versuchen sie bei 9 Klausuren in 5 Tagen etwas fürs Leben zu lernen. Das Ganze unter dem Druck einen NC erreichen zu müssen, wodurch es dann nur noch um Noten und nicht mehr um Wissen geht!
Überlegen Sie doch mal, warum tut das Dekanat, der Präsident oder sonst irgendein Würdenträger nichts dagegen? Weil er es genauso sieht, weil auch die sehen, dass das System so wie es gerade ist, die Elite von morgen keinen Schritt weiter bringt!

Wir sehen uns an der Universität! Mal sehen wie lange es dauert, bis auch Sie beginnen, das System zu kritisieren!

EIN STUDENT DER CAU 19.11.2009 23:47
RE: unlösbare Probleme

Also dass es einen Sanierungsrückstau von über 120 mio. Euro an der CAU gibt kann man nicht mit rückständigen Studenten wegdiskutieren, dass durch mangelnde Kapazitäten ein Verkürzen der Regelstudienzeit nicht möglich ist genausowenig.
Ich finde es gut, wenn meine Kommilitonen damit zumindest erstmal für soviel freigestellte Finanzmittel für die Uni kämpfen, dass es eine intakte Bestuhlung in allen Hörsälen gibt, und man auch jede Toilette im Umkreis seiner Seminare nutzen kann, ohne dafür erst in eine anderes Stockwerk oder gar andere Gebäude laufen zu müssen.
Eine Rechtsgrundlage, die mit Krankheit ähnlich umgeht wie bei Arbeitnehmern wäre auch wünschenswert, so dass man nicht wegen einer Knie-OP und 3 Wochen attestierter Krankheit 2 Semester dranhängen muss, weils nach Prüfungsordnung und Kapazität nicht anders geht.
Das sind ja Ziele, die wesentlich pragmatischer und notwendiger sind als ein freier Stundenplan für irgendwelche Demos.
Bevor man sich über unfähige Studenten auslässt sollte man sich vielleicht mal den Zahlen des Wissenschaftsrates zuwenden, aus denen geht völlig zweifelsfrei hervor, dass unsere werte Regierung im gesamten Bundesgebiet bereits seit gut 40 Jahren die nötigen Investitionen in Bildungseinrichtungen NICHT getätigt hat.

SARAH 20.11.2009 00:25
Wenn weise Worte fehlen...

..wenn sinnvolle Argumente fehlen, dann wird gepöbelt...
Es geht nicht darum ob man den Stoff in sein "Hirn" bekommt sondern darum, ob es sinnvoll ist sich diesen oberflächlichen viel zu allgemeinen Kram für eine Klausur zu merken und dann nie wieder im entferntesten darauf einzugehen oder ihn weiter verinnerlichen zu können. Den Vorschlag von Malte finde ich garnicht so schlecht und auch den Studenten der CAU kann ich nur unterstützen, denn es ist eben nicht möglich zum Beispiel WC´s im direkten Umkreis zu nutzen, ebenso wie die Bestuhlung einiger Hörsäle einer katastrophe gleichen! Auch ist es wahr, dass man als Student eben nicht mehr als 2 Wochen krank sein kann, denn es werden wie schon gesagt selbst mit einem ärztlichen Attest die Fehlstunden gezählt und Kurse eben NICHT anerkannt! Wo findet man solche Zustände in der Wirtschaft?
Es handelt sich hier schlicht und ergreifend um Tatsachen, die durch solche unsinnigen Kommentare nicht wegzureden sind!



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