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Mensch des Jahres 2008

David Vuvan - Seine Ehrlichkeit ist unbezahlbar

02. Januar 2009 | Von Hauke Mormann

David Vuvan ist "Mensch des Jahres 2008", weil er 120.000 Euro in einem Wäschetrockner fand und dem rechtmäßigen Besitzer gab. Foto: Ulf Dahl.

Er hat 120.000 Euro gefunden und freiwillig abgegeben. Für seine Ehrlichkeit wurde David Vuvan (27) mit 44 Prozent der Stimmen unserer Leser zum "Menschen des Jahres 2008" gewählt.

Weißkeißel / Neumünster. "Ich bin überglücklich. Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet ich der Mensch des Jahres werde. Das zeigt mir einmal mehr, dass ich richtig gehandelt habe." David Vuvan ist "Mensch des Jahres 2008".

Der 10. Juni 2008 ist sein Schicksalstag - einer von vielen in Vuvans Leben. Bei einer Haushaltsauflösung in Neumünster findet er in einem Wäschetrockner 120.000 Euro. Doch statt sie zu behalten, gibt er sie ab.

Das wäre für den 27-Jährigen vor zwei Jahren noch undenkbar gewesen. "Ich war zehn Jahre lang drogenabhängig und kriminell. Ich habe Menschen für viel weniger Geld zusammengeschlagen", erzählt er. Doch dann die Wende: Im gleichen Jahr sterben Vuvans elf Monate alte Tochter und sein Schwiegervater (53). "Um das zu verkraften, habe ich noch mehr Drogen genommen und plötzlich gesehen, dass mein Leben ein Scherbenhaufen ist." Vuvan zieht die Notbremse, begibt sich in Therapie. Für ein Jahr kommt der junge Mann aus Sachsen nach Neumünster.

180-Grad-Wende vom Junkie zum guten Menschen

Vuvan blickt verstohlen nach unten, wenn er von früher erzählt. Ständig knetet er seine Hände dabei. Es ist sein "altes Leben", mit dem er komplett abgeschlossen hat. Mit gefasster Stimme spricht er dann von seinem größten Erfolg - einer 180-Grad-Wende vom kriminellen Junkie zum guten Menschen.

"Während meiner Therapie habe ich zu Gott gefunden. Er hat mich verändert und das Böse aus meinem Kopf und meinem Herzen verbannt", sagt Vuvan. Auch der Hausleiter der Therapieeinrichtung des Vereins "Betel" in Neumünster erkennt Vuvans Wandlung, schlägt ihn sogar als seinen Nachfolger vor. "Die Arbeit habe ich mir nicht zugetraut. Ich hatte keine Erfahrung und sollte plötzlich alles können", erzählt Vuvan. Doch es funktioniert, "ich habe meine negative Energie in positive umgesetzt".

"Geld ist nicht alles im Leben"

Im November geht Vuvan zurück in sein Heimatland Sachsen. Dort, im kleinen Ort Weißkeißel kurz vor der polnischen Grenze, lebt und arbeitet der junge Mann nun bei "Fish", einer Einrichtung, in der Drogenabhängige auf einen Entzug vorbereitet werden. Er ist die "rechte Hand" von Michael und Tabea Tippner, die die Einrichtung leiten. Ab heute bekommt der Hartz-IV-Empfänger dafür sogar Geld - als Ein-Euro-Jobber.

Vuvan lehnt sich auf dem Sofa zurück, sein Hemd spannt sich über seinem muskulösen Oberkörper. "Ich habe in der Therapie gelernt, dass Geld nicht alles ist. Gott versorgt mich mit allem, was ich brauche", sagt David Vuvan. So ist für ihn der 10. Juni der Tag, an dem Gott ihn prüfte. "Natürlich habe ich davon geträumt, was ich mit dem Geld angestellt hätte. Der Teufel versucht es immer wieder. Aber ich bin stark geblieben. Darauf kann ich mein Leben lang stolz sein."


 

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