Dahl-Abwahl gescheitert
Schleswigs Bürgermeister bleibt im Amt
Karsten Lietz und Thorsten Dahl: Der eine, studierter Ingenieur für Lebensmitteltechnologie, Fleischermeister im Ruhestand, spricht von Enttäuschung. Dem anderen, Bürgermeister von knapp 24.000 Schleswigern, mag nun ein Stein vom Herzen gefallen sein. Lietz und seine vier Mitstreiter haben im November 2008 eine Unterschriften-Aktion in die Wege geleitet, um Dahl abzuwählen. Diese Aktion gegen den Verwaltungschef haben sie nun vorzeitig beendet - nach 104 Tagen Stimmenfang auf Schleswigs Straßen, dem Wochenmarkt und an Haustüren.
Rund 2500 Unterschriften kamen zusammen, 3991 hätte die Initiative gebraucht, um ein Abwahl-Verfahren in Gang zu setzen - 20 Prozent aller Wahlberechtigten der Stadt. Obwohl es generell keine Frist für diese Aktion gibt, Karsten Lietz also über zahllose weitere Wochen und Monate für das Dahl-Aus werben könnte, hat er jetzt einen Schlussstrich gezogen. "Seit Jahresanfang kommen die Unterschriften nur noch tröpchenweise. Wir sehen, dass wir es zur Europa-Wahl nicht schaffen." Der von der Initiative bevorzugte Zeitplan war straff: Bis Ende März wollten Karsten Lietz, Dieter Kock, Rainer Claudius, Widukind Allekotte und Dieter Johannsen die nötige Menge an Dahl-Gegnern zur Unterschrift motivieren, um der im Kieler Innenministerium angesiedelten Kommunalaufsicht Zeit zur Prüfung der eingereichten Listen zu geben.
Dahl zeigte sich erleichtert. "Das war keine leichte Zeit für mich."
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