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Reimer Böge
Reimer Böge: Einfluss in Brüssel, Bodenhaftung in Hasenmoor
Es ist kein unbekanntes Terrain, das er betritt. Seit zwei Jahrzehnten bewegt sich Reimer Böge auf europäischem Parkett. Und noch immer nennt der heute 57-Jährige es ein "Privileg", die Politik der Gemeinschaft mitgestalten zu können.
Als Vorsitzender des Haushaltsausschusses im EU-Parlament zählt Böge seit 2007 zu den einflussreichsten Europa-Politikern in Brüssel. Abgehobenheit, wie sie manchen Parlamentariern nachgesagt wird - Böge ist so etwas fremd; vielleicht auch deshalb, weil der gelernte Diplom-Agraringenieur weiß, wo seine Wurzeln sind.
Im heimischen 700-Seelen-Dorf Hasenmoor (Kreis Segeberg) lässt er trotz großer Arbeitsbelastung noch 40 Hektar in Eigenregie bewirtschaften. Wenn der Kopf einmal frei werden soll, sagt er, dann verbringe er auch mal einen halben Tag zwischen Kühen und Ackerbau. Bodenhaftung eben. Das politische Geschäft scheint Schleswig-Holsteins "Mr. Europa" in die Wiege gelegt worden zu sein. Sein Vater Kurt saß bis 1987 zwölf Jahre lang im Landtag. In der Landjugendarbeit "verdiente" sich der Sohn Reimer erste politische Sporen. Seit Jahren ist er stellvertretender Landesvorsitzender der schleswig-holsteinischen CDU. Nicht nur deshalb war Böge stets dann mit im Gespräch, wenn es vor Landtagswahlen um mögliche Ministerposten ging.
Böge gilt als solider Arbeiter
Böge gilt als solider Arbeiter. Schrille Töne liegen dem Mann mit dem dumpf rollenden "r" in der Stimme nicht. Einen Namen in Europa hat der schlaksig wirkende Mann aus der Provinz sich gleichwohl machen können. Ende der 90er-Jahre leitete Böge einen Untersuchungsausschuss des Europäischen Parlaments zur Klärung der Vorfälle um die Rinderkrankheit BSE.
Nach der Wahl am Sonntag wird Böge sein "Privileg" weiter wahrnehmen dürfen. Erneut ist Böge Spitzenkandidat der Nord-CDU; parteiintern war diese Nominierung ein Selbstgänger. Eine Stimme fehlte ihm bei einem Unionsparteitag zum 100-Prozent-Ergebnis. Das Ticket für Europa ist ihm so sicher.
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