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Terrordrohung
Rätselhafte Kiel-Botschaft in Drohvideo
Eine Passage zur Stadt Kiel in einem Drohvideo des mutmaßlichen El-Kaida-Terroristen Bekkay Harrach gibt Rätsel auf. Nachdem der 32 Jahre alte Islamist Deutschland ein "böses Erwachen" nach der Bundestagswahl androht, wenn die Bundeswehr nicht sofort aus Afghanistan abgezogen wird, und Muslimen dazu rät, sich nach der Wahl aus der Öffentlichkeit fernzuhalten, kommt er plötzlich auf die Stadt im Norden zu sprechen. "Die Stadt Kiel bleibt unabhängig davon, wie lange der Konflikt in Deutschland dauert, eine sichere Stadt. Dafür stehe ich mit meinem Namen", sagt Harrach.
Der Terrorexperte Berndt-Georg Thamm hält die Botschaft für einen Teil der "psychologischen Kriegsführung" des Islamisten, der sich seit Jahresbeginn bereits mit vier gegen Deutschland gerichteten Videos zu Wort gemeldet hat. "Es geht darum, Verunsicherung zu schaffen", sagte Thamm der Deutschen-Presse-Agentur dpa. "Jeder rätselt jetzt, was das mit Kiel soll." Über persönliche Kontakte des aus Bonn stammenden Mannes in die schleswig-holsteinische Landeshauptstadt sei bisher eigentlich nichts bekannt.
Das Drohvideo war am Freitag veröffentlicht worden. Darin heißt es: Entscheide sich das deutsche Volk an der Wahlurne für die Fortsetzung des Krieges in Afghanistan, hätte es "sein eigenes Urteil" gesprochen. Die Konsequenzen würden "bitter" sein. Am Sonntag tauchte eine weitere Botschaft des Deutsch-Marokkaners auf. Der Mann soll sich zuletzt im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet aufgehalten haben.
Bundesregierung nimmt Drohung ernst
Die Bundesregierung nimmt die jüngste islamistische Video-Drohung nach den Worten von Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) sehr ernst. "Es ist eine erhöhte Wachsamkeit angesagt", sagte Schäuble am Montag in Deutschlandfunk. Diese Drohungen richteten sich gegen Deutschland, aber auch gegen Deutsche im Ausland wie die Bundeswehrsoldaten in Afghanistan. Doch warnte der Minister vor "Panikmache". Es gebe keine Informationen über konkrete Anschlagsplanungen.
Dennoch seien die Sicherheitsmaßnahmen erhöht worden, sagte Schäuble weiter. Schließlich könne der Staat nicht darauf hoffen, dass das "Spinner" seien. Mit Blick auf den Afghanistan-Einsatz fügte er hinzu, eine Kritik am deutschen Engagement nur wegen der Terrordrohung sei unangebracht. Der Militäreinsatz sei die Folge des internationalen Terrorismus, nicht seine Ursache.
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