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Kaltenkirchen

Mann vor Spaßbad niedergeschossen

30. Januar 2009 | 13:08 Uhr | Von ge/dpa

Alles ist abgeriegelt: Der Parkplatz der Holstentherme. Foto: Büh

Tobt ein Bandenkrieg in Schleswig-Holstein? Vor dem Spaßbad "Holstentherme" in Kaltenkirchen fielen gestern Abend Schüsse. Passanten schrien entsetzt, ein Mann stürzte schwer verletzt zu Boden. Die Täter sind flüchtig.

Kaltenkirchen. Er passierte kurz vor 19 Uhr. Das Opfer der Schüsse war mit einer Frau aus der "Holstentherme" gekommen. Zwei maskierte Männer stoppten das Paar, eröffneten sofort das Feuer. Mehrere Schüsse fielen, die Projektile zerschlugen dem Mann Becken und Oberschenkel. Er sackte zusammen. Die Täter flüchteten, ebenso wie die Frau. Warum sie nicht bei dem Opfer blieb, ist unklar. Großeinsatz für das Spezialeinsatzkommando der Polizei.

Die Schützen sollen "Hells Angels" gewesen sein. Eine Ringalarmfahndung wurde ausgelöst, und der Opel Corsa der beiden Täter soll wenig später in Neumünster entdeckt worden sein. Von den Tätern fehlt weiterhin jede Spur. Das Landeskriminalamt (LKA) habe inzwischen die Ermittlungen von der örtlichen Kriminalpolizei übernommen, teilte ein Sprecher am Freitag mit. Genauere Angaben zum Tathergang und den möglichen Hintergründen wollte das LKA am Freitag weiterhin nicht machen.

Das Opfer befindet sich noch in ärztlicher Behandlung

Sprecher Uwe Keller bestätigte allerdings, dass das Opfer inzwischen vernommen worden ist. Zu möglichen Hinweisen auf die Täter wollte er sich aber nicht äußern. Der Mann befinde sich noch in ärztlicher Behandlung. Seine Begleiterin, die ebenfalls befragt wurde, war bei dem Angriff unverletzt geblieben. Sie hatte sich nach Polizeiangaben in ihr Auto retten und vom Tatort flüchten können.

Der Parkplatz liegt in der Nähe eines großen Erlebnisbades in Kaltenkirchen. Er gehört nach Angaben von Unternehmenssprecher Stefan Hinkeldey zwar nicht offiziell dazu, wird aber regelmäßig von einem Teil der Badegäste genutzt. Von den Schüssen hätten diese aber nichts mitbekommen, sagte Hinkeldey. Um Spuren zu sichern, riegelte die Polizei den Parkplatz am Abend für mehrere Stunden vollständig ab, so dass einige der Badegäste ihren Aufenthalt unfreiwillig verlängern mussten. Sie gelangten erst nach dem Ende des Einsatzes wieder zurück zu ihren Autos.

Es sei nicht auszuschließen, dass es sich um einen Streit zwischen rivalisierenden Banden handeln könnte, hieß es aus Polizeikreisen. Auch hierzu wollte das Landeskriminalamt am Freitag keine Stellung nehmen. Davon, dass das Opfer und seine Begleiterin vor der Tat das Schwimmbad besucht haben, gehen die Ermittler jedoch offenbar nicht aus. Bisher sei die Polizei jedenfalls nicht mit Fragen an die Geschäftsführung herangetreten, sagte Hinkeldey.


 

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