Körperverletzung im Amt - es wird ermittelt
Flensburg. Die mutmaßlichen Übergriffe einer Gruppe von Polizeibeamten gegen drei Mieter in der Kurzen Straße in der Nacht zum Pfingstmontag sind nun Gegenstand staatsanwaltlicher Ermittlungen. Das wurde gestern aus Kreisen der Flensburger Polizei bekannt. Aus diesem Grund gab es von dieser Seite keine weitere Stellungnahme mehr.
Die Beamten sollen den Aussagen der Bewohner zufolge, wie berichtet, mit äußerster Brutalität vorgegangen sein. Der 24-jährige Abendrealschüler Björn H. hatte berichtet, aufgrund der minutenlangen, massiven Drangsalierung mit Fäusten und Schlagstöcken bewusstlos geworden zu sein. Vorausgegangen waren Anrufe von Nachbarn bei der Polizei, die sich wegen ruhestörenden Lärms beschwert hatten. Der Vorwurf, die Musik zu laut aufgedreht zu haben, wird von der Wohngemeinschaft eingeräumt - man bedaure dies. "Das tut uns leid", sagte Stefan H., der in Handschellen abgeführt worden war und eine Nacht in der Zelle verbringen musste. Dort sei er mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen worden. Die Folge war eine stark blutende Platzwunde, wie ein ärztliches Attest bestätigt.
"Polizeibrutalität und Willkür"
Nach dem Vorfall hatte es vor der Polizeistation an den Norderhofenden eine friedlich verlaufene Kundgebung und Mahnwache gegeben, an der 80 Schüler, Studenten, Gewerkschafter und auch Kommunalpolitiker teilgenommen hatten. Auf Transparenten prangerten sie "Polizeibrutalität und Willkür" an.
Björn H. hat einen Kieler Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung seiner Interessen beauftragt.
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