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Sylt
Keine Speedboot-Fahrten ab List
List. Weil er "keine Lust hat, sich mit den Naturschützern anzulegen", hat der Inhaber der Firma "Supersail" aus Laboe am Dienstagnachmittag die geplanten Fahrten mit 250 PS starken Schlauchbooten abgesagt. "Die Speedboote ab List kommen nicht zum Einsatz", ließ Jan Nielsen über seinen Sylter Kooperationspartner "Adler-Reederei" mitteilen.
Eigentlich sollten in diesen Tagen erste Demonstrationstouren vom Lister Hafen aus in Richtung Röm stattfinden. Wegen der massiven öffentlichen Kritik entschloss sich Nielsen jedoch zum Rückzieher: "Offensichtlich ist Sylt noch nicht reif für dieses neue Angebot. Die Boote werden weiterhin ab Kiel sowie an anderen Standorten in Deutschland eingesetzt." Die "Adler-Schiffe" haben die Fahrten umgehend aus ihrem Programm genommen.
Aufzuchtgebiet der Schweinswale
Nach dem Bericht der Sylter Rundschau und shz.de über die Kritik an den Speedboot-Touren vor der Küste von Sylt und Röm meldeten sich weitere kritische Stimmen, die unter anderem darauf hinwiesen, dass sich das Aufzuchtgebiet der Schweinswale bis weit in dänische Gewässer hineinzieht. Der Unterwasserlärm durch die Motoren und die Kollisionsgefahr seien für die Wale in etwa so, als würde man "mit dem Motorrad durch einen Kindergarten rasen", schrieb Dr. Ralf Sonntag, Direktor des Internationalen Tierschutzfonds IFAW.
Die Reaktionen unser Leser auf shz.de reichten von "ein tolles neues Sylt-Angebot" über "nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird" bis hin zu "wer Derartiges begrüßt, muss an Gehirnerweichung leiden". Auch das Ergebnis der Online-Umfrage ergab ein geteiltes Echo: Von 662 Teilnehmern, die bis 18 Uhr ihre Stimme abgaben, sprachen sich 48,5 Prozent für solche Touren aus, sofern sie umweltverträglich stattfinden. 38,1 Prozent lehnten sie kategorisch ab, 13,4 Prozent waren vorbehaltlos dafür.
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