Ein Kampener bei "The Ghost"

Frühstück mit Roman Polanski

28. Februar 2009 | Von mst

Der Kampener Sven Scheppler weiß nach dem Dreh: Filmleute müssen hart arbeiten. Foto: Stralau

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Wie steht man richtig vorm Toaster? Der Kampener Sven Scheppler ist mitten in den Dreharbeiten zu "The Ghost".

Munkmarsch / Sylt. Rührei. Immer wieder Rührei. Mit der Gabel vom Frühstücksbüfett nehmen und auf den Teller legen. Dazu ständig dieselbe Frage, die einem im Kopf herum schwirrt: Wie steht man eigentlich richtig vor einem Toaster, so, dass es auch noch gut aussieht? Gar nicht so einfach zu beantworten, dachte sich Sven Scheppler, Chef des Kampener Hotel Ahnenhof, am vergangenen Dienstag. Insbesondere dann nicht, wenn Hollywood in Person von Roman Polanski Regie im Frühstücksraum des Munkmarscher Fährhauses führt und Kameras jede Bewegung aufzeichnen.

"Nach vielen Versuchen hat es dann aber doch geklappt, und die Szene war im Kasten", erzählt der 43-Jährige, der einen Tag lang als Komparse bei den Dreharbeiten zum Kinofilm "The Ghost" hautnah dabei war. Filmemachen ist kein Zuckerschlecken, weiß er jetzt, "dort wird richtig gearbeitet".

Reden ohne Ton

Während Schauspieler Ewan McGregor ("Star Wars") für die besagte Filmszene am Frühstückstisch saß und mit einem Journalisten ein Gespräch führte, hatte Scheppler den Auftrag, sich im Hintergrund mit seiner Nachbarin am Büfett angeregt zu unterhalten und sich um sein Frühstück zu kümmern. "Die Schwierigkeit bestand darin, dass wir beim Reden zwar unsere Münder bewegen, aber keinen Ton von uns geben durften."

Erst am Abend zuvor hatte er erfahren, dass für den Film noch männliche Komparsen gesucht werden. "Meine Frau und Tochter meinten, mach das doch. Also habe ich schnell mit der Casting-Agentur telefoniert und ein Foto von mir gemailt." Die Zusage hatte er zehn Minuten später. Tags darauf kam Scheppler morgens um neun am Munkmarscher Fährhafen an - abends gegen sieben war sein Job erledigt. "Zwischen den Szenen wurden immer wieder Fotos von uns gemacht, damit später, beim Zusammenschneiden des Films sichergestellt ist, dass wir auch immer dieselben Sachen tragen. Schepplers Kleidung: Hose, Sakko, Krawatte. "Mein dunkelblauer Anzug, den ich mitgebracht hatte, war nicht amerikanisch genug. Also bekam ich einen, der leicht lila schimmerte."

"Super Szene, das machen wir gleich nochmal"

Toll sei die Motivation durch das Filmteam gewesen. "Die haben dir nie Fehler vorgehalten. Es hieß immer nur: 'Super Szene, das machen wir gleich nochmal'" Beeindruckt habe ihn Polanski. "Er gibt einfache, klare Anweisungen." Und McGregor? "Der ist ruhig und zurückhaltend, ein Mann ohne Star-Allüren", erzählt Scheppler und gibt zu, dass er ihn auf der Straße gar nicht erkannt hätte. "Ich bin nicht so der Gala-Leser."

Sehr wohl gelesen habe er jedoch die Romanvorlage zum Film von Robert Harris. Den Film selbst will er auf DVD schauen. "Dann lasse ich die Szene am Büfett immer wieder in Slow-Motion ablaufen."


 

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