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Aktivisten stoppen Militärtransport
Angekettet an Schienen hat eine 26-jährige Demonstrantin in Wester-Ohrstedt (Nordfriesland) in der Nacht zu Sonntag einen Militärtransport blockiert. Aus einem Depot der Luftwaffe in dem kleinen Dorf werden in diesen Tagen 112 Waggons mit 332 Fahrzeugen zu einem Manöver auf dem Truppenübungsplatz Jägerbrück an der polnischen Grenze transportiert. Federführend ist dabei das Flugabwehrraketen-Geschwader 1 "Schleswig-Holstein" mit den Flugabwehrgruppen 25 (Stadum) und 26 (Husum).
Den fünf Aktivisten aus verschiedenen Bundesländern gelang es, ab 2.30 Uhr für rund vier Stunden einen beladenen Zug in Höhe eines Bahnübergangs am Start zu hindern, erst dann hatten Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk einen Schienenstrang so weit gelockert, dass die liegend angekettete Frau der Polizei übergeben werden konnte. Zwei weitere Teilnehmer hatten sich zu einer Sitzblockade entschlossen. Sie ließen sich friedlich von der Polizei zu einem Streifenwagen transportieren.
Aktion gegen den weltweiten Einsatz der Bundeswehr-Einheiten
Während sich Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks noch den Kopf zerbrachen, wie die Frau am schnellsten befreit werden könnte, erklärte Demonstrant Hauke T. (23) aus dem nordfriesischen Hattstedt den Grund des Protestes: Die Gruppe wende sich gegen den weltweiten Einsatz der Bundeswehr-Einheiten in den schnellen Eingreiftruppen der Nato (Response Forces). Dann eilte er wieder zu seiner Kollegin, die in der frostigen Nacht mit Decken und Alu-Folie vor Unterkühlung bewahrt wurde.
Die Polizei hatte am Einsatzort gerade die Personalien der Beteiligten notiert, da wurde parallel zum Einsatz um 3.30 Uhr eine Pressemitteilung der Gruppe ins Internet gestellt, in der gegen "die kriegerischen Einsätze der Bundeswehr im Ausland, als auch gegen den Einsatz der Bundeswehr im Innern" protestiert wurde. Die 22-jährige Aktivistin Hanna P. wird mit dem Satz zitiert: "Heute heißt so ein Vorgehen 'Krisen-Intervention', dabei ist schlicht und einfach Krieg gemeint."
Die Bahnstrecke blieb bis acht Uhr früh gesperrt
Schließlich war klar, wie die Frau befreit werden sollte: Sie bekam Ohrschützer aufgesetzt, ihr Kopf wurde mit einer Platte und einer Decke gesichert - und dann trennten Männer des THW einen halben Meter neben ihr mit einer Flex die Schiene durch, an die sie angebunden worden war. Feuerwehrmänner hatten das Gleis losgeschraubt, so dass es angehoben werden konnte, um sie herausziehen zu können.
Strafrechtlich handele es sich bei der Aktion um Nötigung und einen gefährlichen Eingriff in den Schienenverkehr, betonte Matthias Menge, Pressesprecher der Bundespolizei aus Flensburg. Auf die Demonstranten komme somit nicht nur das Ermittlungsverfahren zu, sondern auch die Kosten des Einsatzes und Schadenersatzforderungen. Die würden 30 Jahre lang nicht verjähren. "Und da haben die Verantwortlichen bei der Bahn ein langes Gedächtnis", so Menge.
Durch die Demonstration war der Zugverkehr auf der eingleisigen Strecke zwischen Husum und Schleswig unterbrochen. Die Reparatur des Gleises war nach Auskunft eines Sprechers der Nord-Ostsee-Bahn um 8 Uhr früh schon wieder aufgehoben.
Leserkommentare
Nachdem ich Ihren Artikel gelesen habe, wollte ich schon diese Sache in meinem Kopf abhaken. Die Gedanken kamen aber immer wieder auf dieses Thema zurück.
Vorab: Ich billige auf keinen Fall diese Art von Protest.
Worauf diese jungen Menschen aber in der Hauptsache aufmerksam machen wollten, ist doch der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, der mehr und mehr in einen Kriegseinsatz zu gleiten droht. Keiner von der schreibenden Zunft, geschweige unsere gewählten Volksvertreter, haben dieses tabulisierte Wort bisher auf`Papier bzw. in den Mund genommen; schade, nur die "Linke".
Ich selbst war Berufssoldat in den Jahren 1962 bis 1995.
Ich habe einen Eid abgelegt, für den ich die Bundesrepublik Deutschland, und somit das deutsche Volk tapfer zu verteidigen habe.
Ich selbst habe in den 70er und 80er Jahren genug heiße Proteste der Bevökerung gegen die Bundeswehr mitgemacht. NATO-Doppelbeschluß, Modernisierung wie Pershing I in II usw. Motto: Lieber rot als tot. All dieses lief gegen die Bundeswehr und in den Grenzen der damaligen Bundesrepublik Deutschland.
Wo war der Aufschrei der Deutschen, als der damalige Verteidigungsminister Struck in einer arroganten Art und Weise uns Bundesrepublikanern folgenden Satz vor die Füsse warf: Die Bundesrepublik Deutschland wird ab sofort auch am Hindukusch verteidigt.
Normalerweise müßte meines Erachtens der Soldateneid auf- grund des veränderten Auftrages geändert werden.
Ja, ich höre schon: UN, anderes Mandat usw.
Unser Volk nimmt dieses einfach hin und wendet sich "wichtigeren Themen" zu.
Sollten diese jungen Menschen in Regreß genommen und ein Fonds eingerichtet werden, würde ich gerne einen Obolus zur Milderung beitragen.
Eine Gruppe junger AktivistInnen hat in der Nacht von Samstag auf Sonntag einen Zug der Bundeswehr gestoppt, um gegen Militarismus zu protestieren. Die AktivistInnen wenden sich sowohl gegen die kriegerischen Einsätze der Bundeswehr im Ausland, als auch gegen den Einsatz der Bundeswehr im Innern wie momentan in München zur Nato-Sicherheitskonferenz. „Für mich ist die Existenz von Einrichtungen, die Menschen zum Töten abrichten, einfach unerträglich!“ kommentierte die Aktivisten Hanna Poddig ihre Aktion.
Die 22-jährige Aktivistin hatte sich in der Nacht von Samstag auf Sonntag an der Bahnstrecke zwischen Husum und Kiel an die Gleise gekettet und so die Weiterfahrt des Transportes aufgehalten.
Mehr:
husuma.punk-am-ring.de/index.php
PS: Zensiert ihr öfter Postings aus eurem Blog? Peinlich, peinlich...
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Ich hoffe die "Aktivisten" wissen, das auch die Bundeswehr dafür sorgt, das die "Aktivisten" am Sonntagmorgen ihr Demonstrationsrecht ausüben dürfen. Hoffentlich tragen sie die Kosten für den Einsatz!