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2000 Schüler und Studenten demonstrieren in Kiel

18. November 2009 | 17:30 Uhr | Von lno

Sie fordern bessere Lernbedingungen und kleinere Klassen: Rund 2000 Schüler und Studenten haben am Mittwoch in Kiel demonstriert. Der Protestmarsch zog bis zum Landtag.

Rund 2000 Schüler und Studenten protestierten am Mittwoch in Kiel gegen die Bildungspolitik. Foto: Michael Staudt

"Wir wollen mehr und besser ausgebildete Lehrer und eine kostenlose Bildung", sagte Freya Schulz von der Toni-Jensen-Schule bei einer Kundgebung am Rathausplatz: "Wir brauchen soziale Gerechtigkeit". Anschließend zog ein Protestmarsch von Schülern und Studenten zum Landtag, wo nach der Regierungserklärung von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) über die Bildungspolitik diskutiert wurde. Bereits am Dienstag waren bundesweit tausende Schüler und Studenten in vielen Städten auf die Straße gegangen.

Bildungsminister Ekkehard Klug (FDP) sagte mit Blick auf den Unmut der Schüler beispielsweise über die Arbeitsbelastung in der gymnasialen Oberstufe, dass die Gymnasien künftig die Wahl haben sollen, ob sie das Abitur nach zwölf oder 13 Jahren anbieten wollen. Ein entsprechendes Gesetz soll im ersten Halbjahr 2010 vorliegen, versprach Ministerpräsident Peter Harry Carstensen in seiner Regierungserklärung. Zudem kündigte der Regierungschef an, weiterhin auf Studiengebühren verzichten und von 2011 an 9700 zusätzliche Studienplätze einrichten zu wollen. Wissenschaftsminister Jost de Jager sagte, er verstehe den Unmut der Schüler und Studenten. Es habe Schwierigkeiten bei der Einführung der Bachelor/Master-Abschlüsse gegeben und sie müssten beseitigt werden.

Grüne und Linke stellten im Plenum Anträge, in dem sie mehr Mitbestimmung für Schüler und Studenten fordern, sie wurden in den Bildungsausschuss überwiesen. SSW-Fraktionschefin Anke

Spoorendonk sagte in der Debatte, Probleme im Bildungsbereich seien vor allem finanzieller Art. Sie wies auf eine fehlende politische Prioritätensetzung hin. Am Donnerstag steht eine Debatte über die Bildungsfinanzierung auf dem Programm.




Leserkommentare

 
STINE 18.11.2009 20:04
Das ist erst der Anfang

So ist es, wenn Kunst, Kultur und Kirchenmusik überlastet und die Politik die Erzieher und Lehrer dazu verdammt, unter schlechten Bedingungen Bildung im Turbogang zu vermitteln.

Wartet mal ab, ein Stück weiter auf dieser Bahn, dann wird die Jugend geschlossen aufstehen; denn während alle meinen, dass Nachwuchs fehlt, weil die Nachkriegsrebellen versagt haben, rückt unten ein bindungsarmes Kind nach dem anderen nach, das saurer als die 68er auf das Seniorenvergnügen, die Familie auszubeuten, reagiert.

Ich gehöre ins mittlere Alter und kann die Jugend - auch die radikale - sehr gut verstehen; denn man raubt ihr das Recht auf individuelle Entfaltung und ein Leben in Würde.

Mein Tipp an die Politik: Vergesst mal kurz die Nazigeschichte und konzentriert euch auf die Weimarer Republiik, und kehrt um, bevor es zu spät ist. Der Nachwuchs, der bis hierhin in Armut traumatisiert wird, wird die Gesellschaft nicht so "sanft" dominieren und verändern; denn auch er ist nicht kriegsgewarnt, sondern reagiert genau so, wie die Öffentlichkeit seine Eltern und ihn behandelt.

MIRCO 18.11.2009 23:04
Yes we can?

Studentenproteste-Zeit für Veränderungen?

tysketeser.blogspot.com

DR. JUR. THEODOR VON CAMPE 19.11.2009 20:45
Stine !

Was Sie meinen ist sicher "Erklärung", nicht "sehr gut verstehen" für manchen Unfug.
Denken Sie bitte mal über den kleinen aber bemerkenswerten Unterschied dieser
beiden Begriffe nach.
Danke für Ihre Mühe.



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