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Wirtschaft

28. November 2014 | 15:31 Uhr

Tarifverhandlungen : Karstadt und Verdi verhandeln wieder

vom

Die Karstadt-Mitarbeiter haben Angst um ihren Arbeitsplatz und ihr Gehalt. Der Warenhauskonzern fürchtet sich vor einer Kostenlawine. Nun wird nach einer Lösung für beide Seiten gesucht.

In den Tarifkonflikt bei Karstadt kommt Bewegung. Verhandlungskommissionen des Unternehmens und der Gewerkschaft Verdi trafen am Montag in Düsseldorf zusammen, um über den umstrittenen Ausstieg der Warenhauskette aus dem Flächentarifvertrag zu verhandeln. Der Hintergrund: Karstadt will mit einer zweijährigen „Tarifpause“ Kosten in Millionenhöhe sparen. Die Ankündigung, für zwei Jahre aus der Tarifbindung auszusteigen, hatte jedoch bei der Belegschaft zu heftigen Protesten geführt.

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Außerdem will die Gewerkschaft bei den auf zwei Tage angesetzten Gesprächen einen Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrag für die 20.000 Karstadt-Mitarbeiter durchsetzen, wie eine Verdi-Sprecherin bekräftigte. Denn der Verkauf wichtiger Teile des Konzerns an den österreichischen Immobilieninvestor René Benko hat bei Verdi die Alarmglocken läuten lassen. Rüdiger Wolff, Mitglied der Verdi-Verhandlungskommission, betonte am Wochenende, der Schritt Berggruens komme „faktisch einer Zerschlagung des Konzerns“ gleich. Ein Tarifvertrag über die Standort- und Beschäftigungssicherung der Belegschaft sei deshalb dringender denn je.

Benko, der künftig Mehrheitseigentümer der Karstadt Premium- und Sporthäuser ist, hatte sich am Wochenende bemüht, die Sorgen vieler Beschäftiger zu zerstreuen. In einem Interview der „Bild am Sonntag“ sagte er, die Karstadt-Mitarbeiter der Premium- und Sporthäuser müssten keine Angst um ihre Arbeitsplätze haben. „Im Gegenteil: Wir werden in unsere Häuser investieren und gleichzeitig expandieren - und dazu weiteres Personal einstellen.“ 

Der frühere Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor, Thomas Middelhoff, hält dagegen die bislang eingeleiteten Maßnahmen noch längst nicht für ausreichend, um ein Überleben der Warenhäuser zu sichern. Er drang in einem „Tagesspiegel“-Interview auf einen Zusammenschluss von Karstadt mit dem Rivalen Galeria Kaufhof. „Es ist nicht genug Platz am Markt für zwei Warenhauskonzerne“, sagte er. Deshalb müsse es nach seiner Einschätzung zu einem Zusammenschluss beider Unternehmen kommen.

Middelhoff hatte Arcandor bis kurz vor der Pleite geleitet. Der Manager wies erneut jede Verantwortung für den Zusammenbruch von sich. Mit Blick auf Karstadt sagte Middelhoff: „Es ist hart mit anzusehen, wie die Erosion des Unternehmens fortschreitet, ohne dass die Wende absehbar ist.“

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