zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Deutschland & Welt

17. September 2014 | 11:29 Uhr

Energiewende : Windkraftanlagen im Norden droht Ausbaustopp

vom

Energie-Agentur rät von weiteren Anlagen im Norden ab. Solange die Netze fehlen, wären neue Generatoren ohne Sinn. Minister Habeck ist anderer Ansicht.

Kiel/Berlin | Der Ausbau der Windkraft in Schleswig-Holstein soll vorläufig gestoppt werden. Das fordert die Deutsche Energieagentur (Dena), die mehrheitlich vom Bund und der staatlichen Kfw-Bank getragen wird. "Wir dürfen künftig keine Windkraftanlagen in Regionen bauen, die nicht einspeisen können, weil die Netze fehlen", sagte Dena-Chef Stephan Kohler und nannte unter anderem Schleswig-Holstein.
Wie Kohler in Berlin vor einem Treffen mit Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, sei vor einem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien eine "bessere Synchronisation" mit dem Netzausbau nötig. Angesichts der sich verschärfenden Debatte über hohe Strompreise verstehe niemand mehr, "wenn wir Windräder in Regionen bauen, in denen die Anlagen bei Starkwind abgeregelt werden müssen, aber trotzdem für jede nicht eingespeiste Kilowattstunde bezahlt werden".
"Natürlich stehen in Schleswig-Holstein zu viele Anlagen"
Da die norddeutschen Länder "Vorreiter bei der Windkraft" waren, seien sie inzwischen überversorgt: "Schleswig Holstein hat an Leistung aus regenerativen Quellen dreimal so viel, wie im Land selbst zu Spitzenzeiten im Winter gebraucht wird - natürlich stehen da zu viele Anlagen", sagte Kohler. Derzeit sind landesweit Windrotoren mit einer Gesamtleistung von rund 3500 Megawatt installiert. Im vergangenen Jahr konnte erneuerbarer Strom im Wert von 20 Millionen Euro nicht genutzt werden.
Etwas verklausulierter hat auch Minister Altmaier in seinem vorige Woche vorgelegten Zehn-Punkte-Plan für die Energiewende eine Obergrenze für den Windkraftausbau im Norden ins Spiel gebracht. Es bestehe "die Sorge, dass beim Ausbau der Windenergie zu hohe Raten erreicht werden, die dann die Akzeptanz der Energieart insgesamt gefährden", formuliert Altmaier in seinem Konzept und fordert: "Um den Aufbau von Überkapazitäten zu vermeiden, brauchen wir einen Konsens über die Frage, wie viel erneuerbare Energie - insbesondere Windenergie - in welchen Bundesländern produziert werden darf."
"Deckelung wäre teurer und falsch"
Altmaiers schleswig-holsteinischer Amtskollege Robert Habeck (Grüne) lehnte die Pläne des Bundes für eine Obergrenze in einer Regierungserklärung ab: "Die Deckelung von Wind onshore macht die Energiewende teurer und ist falsch", kritisierte er. Die an Land erzeugte Windenergie sei "der Kostensenker im Konzert der erneuerbaren Energien". Dies gelte auch, wenn nicht jede Kilowattstunde transportiert werde, weil das Netz noch nicht ausreiche.
Habeck räumte ein, dass zuletzt 18 Millionen Euro an Entschädigung für Strom gezahlt worden sein, der wegen fehlender Kapazitäten nicht habe eingespeist werden können. Auch werde die Zahl der Abschaltungen künftig sogar noch steigen.

Anzeige
Anzeige
zur Startseite

von
erstellt am 24.Aug.2012 | 08:46 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachrichtenticker