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Politik

24. November 2014 | 17:06 Uhr

Reaktionen zur Bundestagswahl : „Haltet fest an Mutti“: Das sagt Europa über Merkel

vom

In Polen heißt sie „die Superkanzlerin“, in Rom wird Angela Merkel sogar zur Königin gekrönt. Die schönsten Kommentare aus der internationalen Presse.

Fast die gesamte griechische Presse hat am Montag den Wahlsieg der Unionsparteien als Triumph von Bundeskanzlerin Angela Merkel gewertet. Analysten der wichtigsten Parteien im griechischen Parlament sagten, man dürfe keine Kursänderung Berlins in Sachen Sparprogramm und Reformforderungen für Griechenland erwarten. Europa werde nach diesem Ergebnis zum „Merkel-Land“, schrieb die größte griechische Tageszeitung „Ta Nea“, die den Wahlausgang als „Triumph für die Königin der Austerität“ bezeichnete. Was die anderen

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„Guardian“ (Großbritannien):
„Haltet fest an Mutti. Das war die Botschaft der deutschen Wähler am Sonntag, als sich Angela Merkel - die Mutter der Nation, wie sie von ihren Imagemachern dargestellt wird - einen beeindruckenden persönlichen Triumph an den Wahlurnen sicherte, der ihren unangefochtenen Anspruch als dominierende politische Figur im modernen, krisengeschüttelten Europa untermauert. Seit die Finanzkrise 2008 die Weltwirtschaft traf, haben Wähler in Europa ihre Regierungen hinausgeworfen - ob linke, aus der Mitte, oder Mitte-Rechts. Aber Frau Merkel und ihre Mitte-Rechts-Partei CDU/CSU widerstanden diesem Trend - nicht ein Mal, sondern zwei Mal (...). Dies ist das Zeitalter von Merkel.“ 

„Le Figaro“ (Frankreich):
„Das Vertrauen in Angela Merkel, ihr wichtigstes Pfund, wird in dieser neuen Ära eine entscheidende Rolle spielen. Die Bundeskanzlerin hat den Ehrgeiz, Geschichte zu schreiben, und damit fängt sie jetzt an. Auch in Europa haben die Nachbarn Deutschlands ein neues Projekt und eine neue Dynamik zu erwarten: Es geht hin zu mehr Zusammenhalt, mehr Wettbewerbsfähigkeit, mehr Wachstum, hin zu einem stärkeren politischen Gewicht der Europäischen Union in der internationalen Gemeinschaft. Dies erfordert einen Neustart des deutsch-französischen Motors. Damit dieser läuft, muss Frankreich versuchen, das Niveau Deutschlands zu erreichen, und darf nicht zu weit darunter bleiben.“

„Diena“ (Lettland):
„Für manche ist (Bundeskanzlerin Angela) Merkel der Garant für eine stabile und verantwortungsvolle EU-Politik, für andere eine Symbolfigur der deutschen Vormachtstellung und bedrückender Sparmaßnahmen. Die Meinungen sind geteilt, aber eins ist sicher - die deutsche Bundeskanzlerin hat großen Einfluss auf EU-Prozesse, und das gestrige Wahlergebnis hat nicht nur Auswirkungen für Deutschland, sondern für alle Bürger in der EU. (...) Der zentrale Begriff im Wahlkampf lautete Vertrauen, aber zu konkreten Plänen für die Zukunft Deutschlands und zu europäischen Fragen war nur wenig zu vernehmen.“ 

„La Repubblica“ (Italien):
„Der Wahlerfolg von Angela Merkel mutet an wie eine feierliche Ovation der Nation für ihren Sieg in der europäischen Krise. Es ist ein Triumph, die Rückkehr auf das Schlachtfeld, wo sie Können und Mut unter Beweis gestellt hat. Dem entspricht die Mehrheit im Bundestag, die niemand in dieser Dimension vorherzusagen gewagt hätte. (...) Die Krise hat Präsidenten und Premierminister in Europa hinweggerafft. Aber im Zentrum des desolaten europäischen Panoramas ist Deutschland eine Insel von Stabilität und Wohlstand, wie es das vielleicht nie zuvor gewesen ist. Und gestern hat das Land mit einer demokratischen Wahl dankbar 'Angela die Große' an der Macht bestätigt.“

„El Mundo“ (Spanien): 
„Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass Merkels Triumph historisch ist, vergleichbar mit dem überwältigenden Sieg von Kohl 1990 nach dem Mauerfall und der Wiedervereinigung. Aber Merkel zeichnet sich dadurch aus, dass sie drei Wahlen in Folge gewonnen hat und dass sie die Einzige an der Spitze eines großen europäischen Landes ist, die ihr Mandat inmitten der Krise bestätigt. Gordon Brown, Berlusconi, Sarkozy und Zapatero mussten die Macht abgeben. Der Schlüssel ihres Erfolges war zweifellos das anhaltende Wachstum der deutschen Wirtschaft, mit einer Arbeitslosenquote von fünf Prozent, einer der niedrigsten in der EU, verbunden mit einem Image der Sparsamkeit und Effektivität, mit dem sie die Deutschen erobert hat.“

„Lidove Noviny“ (Tschechien):
„Fast 42 Prozent sind für Angela Merkel und ihre Christdemokraten eine fantastische Nachricht und im europäischen Kontext der vergangenen Jahre eine absolute Rarität. Während die Wähler andernorts in der Wirtschaftskrise ihre Politikergarnituren abgestraft haben, ist Merkel an dieser Krise gewachsen. Sie hat zwar nichts gelöst, denn die Konstruktion der Eurozone bleibt ein Risiko für die Prosperität Europas, aber Deutschland genügt das. Der Kontrast zwischen der Lawine schlechter Nachrichten aus dem Süden Europas und dem Wohlstand zu Hause hat bei den Deutschen den Eindruck gefestigt, letzterer wäre der ganz persönliche Verdienst der Kanzlerin.“

„Rzeczpospolita“ (Polen):
„Jetzt wird sich ohne den Wahlkampf über den Köpfen zeigen, wie Deutschland unter der Führung von Superkanzlerin Angela Merkel ihre Position in Europa nutzen will, die so stark ist wie nie zuvor. Die dritte Amtszeit ist die Gelegenheit zu zeigen (...), ob sie an die proeuropäische Tradition früherer Kanzler anknüpft oder sich gefährlich der Charakterisierung auf Plakaten griechischer Demonstranten annähert, die Merkel mit Hitler-Schnauzbart zeigten.“

„Neue Zürcher Zeitung“ (Schweiz):
„Merkel hat sich in der deutschen Politik eine Ausnahmestellung erarbeitet, die selbst ihr politischer Ziehvater Helmut Kohl nicht erreichte. Denn der “ewige Kanzler„ war in seiner langen Amtszeit stets angefeindet. Merkel hingegen sorgt mit ihrer Art der leisen Töne und vielen kleinen Kompromisse dafür, dass niemand ihre Dominanz als bedrohlich empfindet. Dank ihrem Understatement fallen auch die Niederlagen, von denen es in den letzten Jahren einige gab, nicht sonderlich auf. So herrscht am Ende meist der Eindruck vor, hier regiere eine Frau mit gesundem Menschenverstand und Augenmass. Mehr will die Kanzlerin nicht, und in dieser Selbstbescheidung liegt ihre große Stärke.“ 

 

 

 

 

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von
erstellt am 23.Sep.2013 | 10:08 Uhr

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