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Politik

28. November 2014 | 14:21 Uhr

Aktiver Ruhestand für "Billary" : Die Clintons mühen sich weiter für die Menschheit

vom

Die Clintons sind eine der großen zeitgenössischen Politikerfamilien der USA. Hillary und Bill sind auch ohne offizielle Ämter wichtige Ansprechpartner in der Weltpolitik.

Auch wenn die USA nie viel mit Monarchien anfangen konnten, gibt es Familien, die als Polit-Adel einen festen Platz in der Öffentlichkeit haben. Eine Dominante der vergangenen zwei Jahrzehnte sind die Clintons. Bill Clinton war 1993 bis 2001 US-Präsident, seine Frau Hillary 2009 bis 2013 Außenministerin.

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Derzeit bekleiden weder Hillary noch Bill offizielle Ämter, dennoch tritt die Familie höchst aktiv mit ihrer Stiftung in Erscheinung.

Dabei strebt Tochter Chelsea zunehmend in die Führung der Wohltätigkeitsorganisation.

Die Stiftung, die früher Bills Namen William J. trug und nun in „Bill, Hillary & Chelsea“ umbenannt wurde, ist zu einer großen internationalen Wohltätigkeitsorganisation gewachsen. Weltweit setzt sie sich für Gesundheitsprogramme, Wirtschaftsentwicklung und - unter Hillarys und besonders Chelseas Zepter - Mädchen- und Frauenrechte ein. Der Glanz der Clintons zieht dabei viele berühmte Unterstützer an. Beim jährlichen Treffen der Stiftung, das am Dienstag in New York beginnt, haben sich illustre Redner angekündigt, darunter Präsident Barack Obama, U2-Sänger Bono, Microsoft-Gründer Bill Gates und Facebooks Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.

Nach dem Ausscheiden ihres Mannes als US-Präsident hat vor allem Hillary in den vergangenen zehn Jahren für Gesprächsstoff gesorgt.

Von der First Lady wurde sie New Yorker Senatorin und Außenministerin der USA in Präsident Barack Obamas erster Amtsperiode. Ihre Arbeit auf jenem Posten wird generell in einem positiven Licht betrachtet - abgesehen von dem Schatten, den der Terroranschlag auf die US-Botschaft in Bengasi am 11. September 2012 auf das Ende ihrer Amtszeit warf. Er kostete vier diplomatische Mitarbeiter das Leben und brachte Clinton den Vorwurf ein, nicht angemessen auf Warnungen vor einem Angriff reagiert zu haben.

Hillary entschied sich gegen eine zweite Amtszeit in Obamas Kabinett. Seither wird spekuliert, ob sie 2016 für die Präsidentschaft kandidieren wird. 2008 musste sie sich in den Vorwahlen gegen Obama geschlagen geben, aktuelle Umfragen sprechen ihr für 2016 beste Chancen zu. Bei einem Sieg wäre sie die erste Regierungschefin der USA, mächtigste Frau der Welt. Die 65-Jährige selbst hat aber noch keinen klaren Hinweis auf ihre Pläne gegeben.

Im Februar zog sie zurück zum Familiensitz in Chappaqua nördlich von New York und nahm die Arbeit in der Stiftung auf. Zudem hat sie sich einem lukrativem Geschäft zugewandt: dem Redenhalten. Ihre Erfahrungen als Ministerin teilt sie nun für 200 000 Dollar pro Auftritt mit. Für Ehemann Bill ist schon seit dem Ende seiner Präsidentschaft Reden Gold: Nach Schätzungen der „New York Times“ hat ihm das seither rund 100 Millionen Dollar eingebracht.

Der Altpräsident wandte sich 2001 der Stiftungsarbeit zu. Seine Berühmtheit nutzt der Demokrat, um sich rund um den Globus für Gesundheits- und Entwicklungsanliegen einzusetzen. Während seine Frau Ministerin war, pflegte er im Hintergrund weiter seine politischen Kontakte. Regelmäßig trifft er sich laut dem US-Magazin „Politico“ mit Abgeordneten in Washington. Zudem bereist er fast jedes Jahr die Länder, in denen die Stiftung tätig ist, darunter viele in Afrika.

In letzter Zeit begleitete Chelsea ihren Vater oft auf Stiftungsterminen. Die jüngste Clinton arbeitete zunächst bei einer großen Unternehmensberatung, bevor sie bei der Stiftung einstieg.

Zwischenzeitlich saß sie als „Sonderkorrespondentin“ von NBC, dem größten TV-Sender der USA, vor der Kamera, wenngleich sie für die Auftritte nur wenig öffentliches Lob erntete.

Die Familie hat sich jenseits politischer Ämter im Rampenlicht gehalten. Allein bei der „New York Times“ ist ein Vollzeitreporter ausschließlich für die Berichterstattung über die Clintons und ihre Stiftung zuständig. Dabei bleibt Kritik nicht aus: Jüngst sah sich die Organisation Vorwürfen ausgesetzt, ihr Geld unvernünftig zu verwalten, nachdem sie mit mehreren Millionen in die Miesen geriet - wegen zu hoher Ausgaben. Bill Clinton beeilte sich mit einer Erklärung: Die Jahresberichte seien etwas irreführend, da sie die finanziellen Langzeit-Engagements der Stiftung nicht auflisteten.

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