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Deutschland & Welt

23. April 2014 | 13:49 Uhr

Schiffe mit Hybridantrieb - Nordfriesische Insel-Fähren bekommen Konkurrenz

vom

Weniger Schadstoffausstoß dank Hybridtechnik: Mit neuen Fähren wollen Hamburger Unternehmer der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) Konkurrenz machen.

Föhr/Amrum | Seit 125 Jahren sind die Fähren der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR) fester Bestandteil des Erscheinungsbilds der nordfriesischen Inseln und Halligen. Doch der Monopolist, der mit fünf Fähren die Inseln Föhr und Amrum mit dem Festlandshafen Dagebüll verbindet, bekommt offenbar Konkurrenz.
Dies bestätigt Dirk Lehmann, geschäftsführender Gesellschafter von Becker Marine Systems mit Hauptsitz in Hamburg. Zusammen mit seinem Kollegen Henning Kuhlmann und in Zusammenarbeit mit einer norddeutschen Reederei, plant Lehmann, ab Mitte 2014 die Föhr-Amrum-Linie zu befahren. Dies soll mit zwei Schiffen, angetrieben von selbst entwickelten extrem umweltfreundlichen Flüssig-Erdgas-Hybrid-Antrieben, geschehen. "Die Antriebe produzieren 50 Prozent weniger CO2 als die neuen WDR-Fähren", erklärt Lehmann. Zudem fallen nur sieben Prozent der Stickoxide bei der Mischung aus Elektro- und Flüssiggas-Motoren an.
Kein Kommentar von der WDR
"Die WDR gibt zum derzeitigen Zeitpunkt keinen Kommentar zu dem Vorgang ab", sagt Reederei-Geschäftsführer Axel Meynköhn. In den vergangenen Jahren hatte die Reederei mit ihrem Sitz in Wyk auf Föhr häufig Kritik von Insulanern an ihrer Preispolitik und Fahrplangestaltung erhalten. Dies hatten die beiden Becker-Geschäftsführer - beide langjährige Föhr-Urlauber - vor Ort erfahren und nicht zuletzt deshalb zusammen die Idee, eine Konkurrenz-Situation zu schaffen, entwickelt.
Offiziell sollen die neuen Auto-Fähren auf der Schiffbaumesse (SMM) im September in Hamburg vorgestellt werden. "Im September zeigen wir Flagge", verspricht Lehmann. Bis dahin sei auch eine Wirtschaftlichkeitsanlayse fertiggestellt.
"Es kann nur günstiger werden"
Die Insulaner und Urlauber - die WDR befördert auf ihren Linien rund 1,8 Millionen Fahrgäste im Jahr - könnten von der neuen Konkurrenz profitieren. "Es kann nur günstiger werden", meint der Geschäftsführer von Becker Marine Systems, die nach Angaben von Lehmann zwar zahlreiche große Fähren und Schiffe mitentwickelt, als Reeder aber keine Erfahrungen hat. "Aber dafür haben wir ja unseren norddeutschen Partner." Benennen will er diesen aber nicht.
Zudem biete das empfindliche Ökosystem des Nationalparks Wattenmeer das ideale Einsatzgebiet für das Konzept einer Hybrid-Fähre mit extrem verringertem Schadstoffausstoß. Dabei speichern Akkus an Bord den Leistungsüberschuss der Flüssig-Erdgas-Motoren und können außerdem während der Hafenliegezeiten durch erneuerbare Energie weiter aufgeladen werden. Dies soll, so die Planungen, auf Föhr nachts per Windkraft passieren.

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von Dirk Jenßen
erstellt am 10.Aug.2012 | 08:55 Uhr

Themen zu diesem Artikel:

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01. | jürgen petersen | 11.08.2012 | 22:48 Uhr
bei see wäh ....

und was ist mit CO1 Herr Damerau,

Können Sie das bitte mal erläutern bzw. beweisen ?

Immer locker durch die Hose atmen !

02. | Udo Damerau | 11.08.2012 | 19:09 Uhr
@ ROTE FLORA 11.08.2012 17:58

Vorschlag: Einfach gar nicht ignorieren ;-)

Und vor allem, falls es da etwas im Zusammenhang mit CO2 und Klima und angebllchen Konsequenzen zu beanstanden gibt:
Bei den Politikern beschweren - die haben das verbrochen und leeren unsere Geldbeutel auf der Basis eines Gerüchts.
ich sehe hier jedenfalls ein Forum, auf dem ich andere darüber informieren kann, wie wir belogen werden.

Das ´zusammenhangslos´ habe ich nicht verstanden - bitte erläutern!


03. | jürgen petersen | 11.08.2012 | 18:49 Uhr
moinsen ...

mir gehen diese Oberlehrerbeiträge sogar auf den Sack ...
Aber evtl. wird ja auch dieses Forum, ohne Angabe von Gründen geschlossen ...

Übrigens: dieser Beitrag ist unter dem Genuss einer halben Zigarette entstanden, bestimmt meldet sich jemand, der den CO² - Ausstoß berechnet ...

04. | Rote Flora | 11.08.2012 | 17:58 Uhr
Bei jeder sich bietenden Möglichkeit

wird hier was von CO2 gefaselt, mir gehen dieser seit Monaten andauernden Statements, teilweise zusammenhangslos aus dem Internet hier reinkopiert jedenfalls mächtig auf den Senkel.

05. | Ewald Neumann | 11.08.2012 | 17:27 Uhr
@Udo Damerau

Mein erster Absatz mit dem "Flüssigbenzin" war doch nur ein kleiner Seitenhieb auf den von Ihnen gegebenen Hinweis auf die PDF-Datei. Natürlich ist Benzin flüssig, und ist nicht emissionsfrei, genauso wie Erdgas nicht klimaneutral ist, so wie es in dem PDF-Dokument heißt.
Davon abgesehen...in dem Interview, welches hier neu erschienen ist, meinen die das tatsächlich ernst! Haben die zu viel Geld, was noch in diesem Jahr "verbrannt" werden muß? Neugründer von Firmen haben oft das Problem, das sie "Etwas" unbedingt tun möchten...völlig egal, ob dies Aussicht auf Erfolg hat oder nicht. Es wird leider in die Hose gehen. Macht doch eine Fährverbindung über die Flensburger Förde! Das hat zumindest auf den ersten Blick mehr Aussicht auf Erfolg.

06. | Peter Henningsen | 11.08.2012 | 12:38 Uhr
Moin Herr Paulsen,

die neuen Passagierbrücken stehen im Eigentum der jeweiligen Hafenbetriebe, wie auch die Hafenbecken (daher die Gebühren). Die Brücken gehören - zumindest in Wyk - der WDR (nur die Brücken, keine sonstigen Anlagen).

07. | Frank Paulsen | 11.08.2012 | 12:24 Uhr
Hinweis

Hallo zusammen,
also nach meiner Information gehören lediglich die neuen Passagierbrücken der WDR. Alle anderen Brücken / Rampen gehören den Häfen bzw. dem Land Schleswig-Holstein.
Die WDR muss ja auch Hafengebühren an das Land S-H zahlen. Nur alle Leute denken immer, dass die Häfen der WDR gehören. Dies ist jedoch falsch.
Das Land möchte keine Monopole haben und ist interessiert an einem gesunden Wettkampf.

08. | Peter Henningsen | 11.08.2012 | 11:44 Uhr
@ EWALD NEUMANN 11.08.2012 08:39

Sehr richtig, die Brücken sind WDR-Eigentum. Ich kann es mir auch nicht vorstellen.

Zumal wir uns vor Augen führen sollten, was das für Konsequenzen für die FAL, vorallem im Winter hat.
Aktuell stellt es sich doch so dar, dass die WDR mit ihren Einnahmen aus dem Sommerhalbjahr auf der Föhr-Amrum-Linie den gesamten Winterfährverkehr, sowie Busse und Halliglinie auch im Sommer, finanziert.
Gehen die Einnahmen zurück, kann die WDR auch keinen Busverkehr und keine Halliglinie mehr betreiben. Für den Winterfahrplan sehe ich dann noch schwärzer als bisher.

Aber ich denke/hoffe, dass die WDR sich diese Konkurrenz vom Hals zu halten weiß. In Sachen Konkurrenzvermeidung ist man ja gut aufgestellt. Über die Beteiligung an der Flugplatz-GmbH unterbindet man eine Fluglinie, und dass die Brücken im Reedereieigentum stehen war auch noch nicht immer so - sicher hat das seinen Grund.

Wir brauchen eine sichere, pünktliche, tragfähige Inselversorgung, die die WDR uns aktuell - trotz des jährlichen Ärgers im Winter - bietet.

09. | Udo Damerau | 11.08.2012 | 08:56 Uhr
@ EWALD NEUMANN 11.08.2012 08:39

"...ganz klimaneutral mit Flüssigbenzin..." einerseits
und "...50% weniger Abgase und klimafreundlich." andererseits.

Einmal von dem angeblichen aber unsinnigen Zusammenhang zwischen CO2 und Klima abgesehen...

Wie fährt Ihr Auto denn nun?
Klimaneutral, also ohne CO2-Ausstoß oder mit Bio-Sprit, der angeblich klimaneutral ist,
oder klimafreundlich, also mit weniger Abgasen und damit eben nicht klimaneutral?




10. | Ewald Neumann | 11.08.2012 | 08:39 Uhr
Letztlich werden sie aufgeben

Zunächst einmal fährt mein Auto auch ganz klimaneutral mit Flüssigbenzin. An der Ampel wird es abgeschaltet, und manchmal, wenn das Auto wieder losfährt, dann schaltet sich auch kein Motor ein...also 50% weniger Abgase und klimafreundlich.

Ist ja nur gut die Konkurrenz. Doch die Fahrrinnen vor Dagebüll und Amrum sind so schmal, daß die beiden konkurrierenden Fähren sich immer in die Quere kommen würden. D.h., eine fähre müßte immer warten. Die Fähranleger sind doch Eigentum der WDR. Ich kann mir nicht vorstellen, das die es zulassen würden, daß sich da ein Konkurrent breit macht. Und eigene Anleger zu bauen, nein, daran kann ich nicht glauben. Heute ist doch der 11.Aug und nicht der 1.April. Meinen die das wirklich ernst?

11. | Udo Damerau | 10.08.2012 | 19:18 Uhr
Mojn Herr Karl,

.
Gefunden! Hier für Interesierte der Direkt-Link.
http://www.lng-hybrid.com/5_press/zpics/BMS_PR_01_2012_deutsch.pdf

Und für Klima-Interessierte einige Zitate daraus:

"Im Herbst 2013 soll die erste emissionsfreie ´Wattenmeerfähre´ im europäischen Küstengewässer den Fährbetrieb aufnehmen."

"...wird ein komplett klimaneutraler, ´grüner´ Fährbetrieb möglich."

"Der CO2 Ausstoß verringert sich um 40%,..."

Emissionsfrei und klimaneutral mit CO2-Ausstoss - hoffentlich liest das Prof. Schellnhuber nicht!
...
Übrigens zum Mojn; die Friesen wohnten von den westfriesischen Inseln bis weit nach Jütland hinauf; dieses Mojn ist auch in Dänemark geläufig, wird dort mit ´j´ geschrieben. Das in ganz Schleswig-Hostein den ganzen Tag über verwendete ´Mojn´ hat eben diese Quelle - auch wenn nahezu alle es (ohne Quellenkenntnis) ´Moin´ shreiben - im Gegensatz zum berlinerischen ´Moin´ für (guten) Morgen.
Allerdings bemerkt man bei der Sprachanwendung nicht, wie man es schreiben würde.
Ist ja auch ´Wurscht´ und lediglich eine meiner (beruflich bedingten) Haarspaltereien - wegen präziser Ausdrucksweise. (Ich bin aber kein Jurist)

Im Holmer Fischerlied heißt es an einer Stelle:
´...mit mojem Wind...´ (mit gutem Wind)
Die Vorfahren der Schleswiger / Holmer kannten das also auch bereits.

12. | Norbert Karl | 10.08.2012 | 18:36 Uhr
Herr Damerau!

Für mich beim "Moin" ohne JOTT, da ich von SL komme :o)
Unter ihrem link, steht links auf der Seite :PRESSERAUM.
WennSie dort durchklicken, finden Sie einige Pressemitteilungen zu dieser Fähre, u.a. Schiff & Hafen.
2800 kVA kamen mir zu viel vor bei nur 11 kn.

13. | Stefan Peters | 10.08.2012 | 16:21 Uhr
Wird für alle Beteiligten nicht funktionieren

Das wird doch für alle Beteiligten nicht funktionieren. Die W.D.R. hat zwar eine Art Monopol und die Fährpreise für Autos sind erschreckend hoch und früh Feierabend ist dort auch. Aber der Touristenstrom ist begrenzt und wenn jeder Anbieter die jetzigen Fahrgäste zu 50:50 aufgeteilt erhält wären beide Fährgesellschaften bald insolvent und dann fährt da gar keiner mehr. Mich würde mal interessieren wo denn die neuen Fähren anlegen sollen? An den jetzigen Fähranlegern und mann zahlt der W.D.R. Miete? Denn Platz ist doch irgendwie nirgendswo für weitere Fähranleger??

14. | Udo Damerau | 10.08.2012 | 15:01 Uhr
Mojn Herr Karl, (mit ´j´, weil vom friesischen ´Mojen Dag´= Guten Tag)

Unter Projekt FERING / Schiffsdaten in meinem Link fand ich im Bild, dass zwei Maschinenanlagen an Bord sind, daher kam ich auf knapp 3000 kW.
Ob die nun beide zusammen genutzt werden können, bleib offen.
Leider weiß ich nicht, was Sie mit Presseecho gemeint haben, bin aber interessiert. Hilfe ! ! ! Bitte.

15. | Norbert Karl | 10.08.2012 | 13:02 Uhr
Moin Herr Damerau!

Unter Presseecho findet man mehr.
Die installierte Gesamtleistung beträgt 1400 kVA, also für die Haupt- und Hilsmotoren.
Ich gehe davon aus, daß die Akkus nur für den Notbetrieb vorgesehen sind.
Näheres wird wohl erst nach der Inbetriebnahme veröffentlicht.
Für´s Wattenmeer oder Binnengewässer ist das schon aus Havariegründen eine gute Sache.

16. | Udo Damerau | 10.08.2012 | 08:33 Uhr
"...Flüssig-Erdgas-Hybrid-Antriebe(n)..."

Ein viel versprechendes Vorhaben?

Technische Daten fehlen leider im Bericht, aber im Internet fand ich:
http://www.lng-hybrid.com/
Über das Menü am linken Rand gibt es auch (minimale) Angaben zum Antrieb unter Projekt FERING / Schiffsdaten:
"Technische Daten der "Wattenmeerfähre".
- Länge: 70,70 m; Breite: 14,70 m; Tiefgang: 1,50 m
- Spurlänge: 260,00 m
- 52 Autos oder 12 LKW, 250 Passagiere
- Geschwindigkeit: 11,0 Knoten
- LNG-Motoren mit 1.400 kVA; Hybrid-Akkupacks

und unter ´Über LNG Hybrid´ einige Diagramme, die die Vorteile von Gas gegenüber ´Marine Diesel Oil´ darstellen.
Nach der Zeichnung kann man wohl von zwei LNG-Motoren, also insgedamt knapp 3000 kW / 3900 PS ausgehen.
Leider fehlen beim E-Antrieb sowohl die Akku-Kapazitäten als auch die Leistung(en) des/r E-Motoren.

Damit ist eine Betrachtung, inwieweit die Fähre mit ´klimaschonendem´ Strom angetrieben wird, leider nicht möglich.

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