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Kultur

20. Dezember 2014 | 03:14 Uhr

Eutiner Festspiele : Zündender Auftakt gibt Zuversicht

vom

Neu formierte Eutiner Festspiele eröffnen die 61. Spielzeit mit schwungvollem Programm in der historischen Konzertscheune Hasselburg.

hasselburg | Letzte Zweifel, ob die Eutiner Festspiele mit der weithin beispiellosen Überlebenshilfe aus der US-Partnerstadt Lawrence tatsächlich wieder solide auf die Beine kommen können, sollten seit Freitag Abend ausgeräumt worden sein. Wo früher das Schleswig-Holstein Musik Festival Erfolge feierte, gab es nun in Hasselburg "standing ovations" von über 800 Zuhörern: Das Deutschland-Debüt des Sinfonieorchesters der Universität Kansas gelang musikalisch überzeugend, teilweise sogar mitreißend.

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Künstlerische Höhepunkte des Programms, das der noch in den USA weilende Professor David Neely ausgewählt hatte, waren die Interpretation der Gershwin-Rhapsodie "Ein Amerikaner in Paris" sowie Auszüge aus "Rodeo", ein 1942 vom amerikanischen Komponisten Aaron Copland verfasster Reigen eingängiger Western-Folklore. Aber auch Rimsky-Korsakovs "Capriccio Espagnol" war durchglüht vom jugendlichen Spieleifer des von Robert Baldwin souverän dirigierten Orchesters.

Sicher meisterte es auch das klassische Repertoire des "alten Europa", die Wiener Melodienseligkeit eines Franz von Suppé ebenso wie Webers Conertino für Klarinette und Orchester, in dem Robert Walzel als Solist brillierte. Klar, dass auch Kostproben der Opern "Hänsel und Gretel" und "Don Giovanni", beide demnächst auf der Freilichtbühne zu sehen, mit den Sängerinnen Etta Fung (Sopran) und Annelize Sussman (Mezzosopran) erklangen. Die Zugabe war eine "Weltpremiere" - ein Medley der Hymnen von Kansas und Schleswig- Holstein.

Bis das von St.Pauli-Stadionsprecher Rainer Wulff launig moderierte Konzert begann, hatten die neuen Festspiele-Verantwortlichen von der Wirtschaftsvereinigung Eutin aber noch einige Aufregungen zu meistern. Starker Regen drohte den Rasen vor der Scheune zu überfluten. Doch die Feuerwehr Altenkrempe war mit Pumpen zur Stelle, und mancher Eutiner, der mit dem Festspiele-Start außerhalb der Stadtgrenzen zunächst seine Probleme hatte, zeigte sich jetzt ganz einverstanden mit der Aussicht auf ein Konzert unter einem dichten Reetdach. "Es war eine gute Idee, in Hasselburg anzufangen. Die paar Kilometer sind kein Hindernis", sagte Bürgervorsteher Ernst-Joachim Meseck.

Gravierender war für die Organisatoren die kurzfristig gegebene Anweisung der Ordnungsbehörden, mehrere Stuhlreihen in der Scheune wieder abzubauen. Das sorgte bei zahlreichen Spontanbesuchern an der Abendkasse für lange Gesichter: "Wir waren ausverkauft und mussten einige Leute wieder nach Hause schicken. Aber etwas Besseres kann einem Veranstalter eigentlich nicht passieren", sagte Festspiele-Pressesprecher Wulff.

WVE-Vorsitzender Klaus Hoth hatte derweil "genug mit dem Empfang im Herrenhaus zu tun". Dort versammelten sich weit über hundert Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Hoth bedankte sich vor allem bei Konstantin Stahlberg, dem Vorsitzenden der Stahlberg-Stiftung, für die großzügige Gastfreundschaft in Hasselburg. Die Vize-Präsidentin des Landtages, Herlich Marie Todsen-Reese, würdigte das Engagement all derer, die nach der Insolvenz der alten Eutiner Festspiele den Weg für einen Neuanfang bereitet hätten. Vom Land werde dies mit großer Sympathie verfolgt. Dass Kiel weiter finanziellen Rückhalt gebe, nannte Bürgermeister Klaus-Dieter Schulz "bewundernswert".

Die in Hamburg ansässige Generalkonsulin der Vereinigten Staaten, Immi K. Patterson, wertete das musikalische Zusammenwirken von Lawrence und Eutin als Beispiel für die Festigkeit der Bande zwischen beiden Ländern. Robert Walzel, Dekan der Musikhochschule in Lawrence, ermunterte alle Gäste, sich weiter persönlich für Musik zu engagieren. Nur so hätten auch die für amerikanische Verhältnisse "schon seit Jahrhunderten" bestehenden Eutiner Festspiele eine gute Zukunft. Die jungen Musiker aus Lawrence würden viel dazu beitragen: "Sie spielen noch mit der Leidenschaft, die langgediente Profis nicht mehr so oft zeigen. "

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erstellt am 14.Jul.2011 | 08:36 Uhr

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