zur Navigation springen
Anzeige

Anzeige
Anzeige

Kultur

22. Dezember 2014 | 10:09 Uhr

Schattenspiel und Folklore - Unterhaltung auf Chinesisch

vom

Husum | Armeen treten gegeneinander an, ein Diener hat mit dem unwilligen Pferd seines Herrn zu kämpfen, ein Kaiser beißt sich einen Mittelfinger ab, um seine Kapitulation zu unterschreiben - rasant, laut und überaus unterhaltsam geht es auf der Bühne des Husumer Nordsee Congress Centrums zu. Das Laoqiang-Schattenspielensemble hat am Freitagabend ein Stück uralte chinesische Tradition in den hohen Norden gebracht. Auf einer weißen Leinwand wurde mit wunderbarem Spiel und kunstvoll gearbeiteten Lederfiguren die Geschichte "Xue Renguis Marsch in den Osten" erzählt - ein Stück, das vom Tang-General Xue Rengui im 7. Jahrhundert berichtet, der als weißer Ritter seine Feinde in die Flucht schlägt. Wie so oft bei chinesischen Opern - ganz gleich in welcher Form - sind Geschichte und Figuren den chinesischen Zuschauern meist bestens vertraut. In Husum halfen eine kurze Einführung und eine Übertitelung weiter.

Anzeige
Anzeige

Laoqiang, die alte Weise, das ist zunächst einmal der folkloristische Gesang Chinas, um den herum sich mit dem Schattenspiel eine komplette eigene Opernform entwickelt hat - mit Wurzeln, die 2000 Jahre zurückreichen, ist es wohl die archaistischte, die das "Reich der Mitte" zu bieten hat. Vorangetrieben und immer weiter entwickelt wurde sie vor allem von Familie Zhang, aus deren Reihen sich auch das Ensemble in Husum rekrutiert, und die zuletzt unter anderem in der legendären Carnegie Hall mit ihrer Kunst aufgetreten ist.

Über weite Strecken wird weniger gesungen im eigentlichen Sinne als vielmehr gerufen und geschrien. Mit traditionellen chinesischen Instrumenten wird die Musik angestimmt - auch sie ist laut und wild. Und so sollte es auch im zweiten Teil des Abends weitergehen, als das Ensemble einen Querschnitt durch die chinesische Folklore bot. Die Lao qiang und das Schattenspiel-Ensemble aus der chinesischen Provinz Shaanxi gewährten dabei einen tiefen Blick in die chinesische Unterhaltungskultur, denn gerne darf es in Fernost "re nao" zugehen, wie es im Chinesischen heißt - heiß und laut. Ein mehr als unterhaltsamer Konzert- und Opernabend der etwas anderen Art.

zur Startseite

von
erstellt am 30.Jul.2012 | 03:59 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige