Salzburger Festspiele mit Zauberflöte eröffnet

30. Juli 2012 | 00:05 Uhr | Von Irmgard Rieger


Gefeierte Neuinszenierung: Peter Simonischek (re.)  und August Diehl  begeisterten in Salzburg mit dem Theaterstück "Prinz Friedrich von Homburg" von  Kleist.  Foto: dapd

Gefeierte Neuinszenierung: Peter Simonischek (re.) und August Diehl begeisterten in Salzburg mit dem Theaterstück "Prinz Friedrich von Homburg" von Kleist. Foto: dapd

Salzburg. Mit Mozarts Oper "Die Zauberflöte" ist der Premierenreigen der Salzburger Festspiele eröffnet worden. Die Zaungäste im Festspielbezirk freuten sich über schillernde Gäste auf dem Roten Teppich, von Bianca Jagger und Schauspielerin Nicole Beutler bis zu Außenminister Guido Westerwelle.

Die grüblerisch angelegte Eröffnungspremiere erntete Buhs und Bravo-Rufe bei den Festgästen. Der Schauspieler August Diehl begeisterte am ersten Schauspielabend am Sonnabend als Prinz von Homburg in Kleists Drama das Publikum.

Der legere Auftritt passte zu seinem Spaßvogel-Image: Star-Tenor Rolando Villazon geriet in Jeans und Sportschuhen in das illustre Publikum vor der "Zauberflöten"-Premiere in der Felsenreitschule - unabsichtlich, wie er versicherte. Er komme ja nur gerade von einer Probe, entschuldigte sich der Sänger, der seinen Festspiel-Auftritt erst später mit Mozarts "Il re pastore" haben wird.

Auch Außenminister Guido Westerwelle schritt mit seinem Mann Michael Mronz über den Roten Teppich. Journalisten gegenüber zeigte sich der Politiker als großer Salzburg-Fan. "Die Stadt ist großartig", lobte er: "Sie hat nicht nur einen großen Namen, man kann sich hier auch wunderbar privat aufhalten." Als Festspiel-Stammgäste kamen auch das Industriellen-Paar Wolfgang Porsche und Cornelia Hübner, Clemens und Margit Tönnies sowie Medienmanager Hans Mahr mit Katja Burkard.

Dem schillernden Auftritt der Gäste setzte das künstlerische Team der Festspiel-"Zauberflöte" Grüblerisches entgegen. Dirigent Nikolaus Harnoncourt und Regisseur Jens-Daniel Herzog bürsteten Mozarts populäre Oper gegen die Tradition. Harnoncourt entlockte mit seinem Concentus Musicus der bekannten Partitur neue Schattierungen, die ein Einhören forderten. Das Sänger-Ensemble um Georg Zeppenfeld, Mandy Fredrich, Bernard Richter und Julia Kleiter folgte Harnoncourt, und auch das Premierenpublikum ließ sich von der musikalischen Deutung einnehmen. Weniger Zustimmung gab es für Herzogs in großen Teilen wenig schlüssige Inszenierung.

Im Schauspiel trumpfte Andrea Breth bei ihrer Inszenierung des Kleist-Dramas "Der Prinz von Homburg" mit einem hochkarätigen Ensemble um August Diehl und Peter Simonischek auf. In ihrer kühlen Deutung stirbt der Prinz im Machtkampf mit dem gefährlich souveränen Kurfürsten an seiner eigenen Nervenschwäche. Eine ungewöhnliche Sichtweise, die das Premierenpublikum mit großem Applaus bedachte.

Dem neuen Intendanten Alexander Pereira und seinem Schauspielchef Sven Eric Bechtolf hat das erste große Premierenwochenende damit Licht und Schatten gebracht.

Die Festspiele dauern bis 2. September und bieten insgesamt 248 Veranstaltungen.


 
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