KULTUR
Große Skodlerrak-Retrospektive im Lübecker Kulturforum Burgkloster
Lübeck. Der Norden feiert einen seiner großen Künstler. Zum 90. Geburtstag von Horst Skodlerrak erinnern von Hamburg bis Travemünde gleich vier Häuser an die Variantenbreite des Malers. Den Anfang hat das Kulturforum Burgkloster in Lübeck mit einer üppigen Retrospektive gemacht.
Dort springt den Betrachter die tiefe Verbundenheit Skodlerraks mit der Ostseeküste förmlich an. Kitsch allerdings hat Skodlerrak bei aller maritimen Zuneigung nicht zugelassen, dafür hat er zu gerne verfremdet, vereinfacht, ausprobiert, überzeichnet, hat sich mit Kollegen, verstorbenen und zeitgenössischen, auseinandergesetzt und sich nicht gescheut, diese mit Stift und Pinselführung zu zitieren. Man darf sich hier an Chagall, da an Kokoschka erinnert fühlen - und sieht doch immer Skodlerrak. Im Memelland (heute Litauen) wurde Horst Skodlerrak geboren, studierte an der Kunstakademie Königsberg, wurde Soldat, war kurze Zeit Kriegsgefangener. Seine Familie fand er nach dem Krieg in Schleswig-Holstein wieder - und blieb. Er lebte in Bad Schwartau, Brodten, schließlich in Travemünde. Bereits 1938 waren Werke Skodlerraks in einer Einzelausstellung in der Hamburger Galerie der Jugend zu sehen. Ein Jahr später gehörte er zu den ersten deutschen Künstlern, die in nach 1945 in Manchester, Liverpool und London zu sehen waren. Er starb 2001; am 18. Januar wäre er 90 Jahre alt geworden.
Hinterlassen hat er etwa 3000 Aquarelle, Zeichnung, Gemälde. 300 davon sind jetzt im Lübecker Burgkloster zu sehen - eine gewaltige Schau, auf die Kurator Helmut Schumacher sichtlich stolz ist. Schumacher hat die Bilder in eine Reihe geordnet, die dem Betrachter die Muße gibt, den Werdegang des Malers nachzuvollziehen. Schumacher hat aber auch vor unkonventioneller Hängung nicht zurückgeschreckt und im schönsten Raum viele Kleinformate zu einer neuen "Geschichte" komponiert.
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