KULTUR
Streit unter Naturschützern
Naturwunder. Nirgendwo sonst auf der Welt kommt der kleine Insel-Graufuchs vor - nur auf den Santa-Barbara-Inseln vor der Küste Südkaliforniens. Ein Naturpark schützt seinen Lebensraum - eine einzigartige Inselwelt. An diesem faszinierenden Schauplatz siedelt T.C. Boyle sein neues, jetzt auf Deutsch erschienenes Buch "Wenn das Schlachten vorbei ist" an.
Wie in vielen seiner 13 Romane und 60 Kurzgeschichten greift Boyle auch in diesem Fall meisterhaft reale Geschehnisse auf. Denn als die Inseln seinerzeit zum Nationalpark erklärt wurden, räumten die Behörden erst einmal kräftig im Naturschutzgebiet auf. Von Menschen eingeschleppte, verwilderte Tiere wurden massenhaft getötet, um die einheimischen Arten zu schützen. Das wiederum traf auf den erbitterten Widerstand von Tierschützern.
Im Roman wird dieser Konflikt zwischen Alma Boyd Takesue und Dave LaJoy ausgetragen. Die junge Naturschützerin ist davon überzeugt, dass Ratten auf den Inseln nichts zu suchen haben, weil sie die einheimischen Vögel ausrotten. Dass die gefährlichen Nager vergiftet werden müssen, steht für sie außer Frage. Das sieht Dave LaJoy ganz anders. Der fanatische Tierschützer versucht das Vergiftungsprogramm zu sabotieren. Denn nach einem Erweckungserlebnis will er alle Tiere dieser Welt retten, selbst die Ratten. "Wenn das Schlachten vorbei ist" könnte ein dröger Thesenroman sein. Das ist er jedoch nicht. Dazu ist T.C. Boyle zu sprachgewaltig.
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