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Deutschland & Welt

20. April 2014 | 20:25 Uhr

Zehn Jahre nach dem 11. September - Kanzlerin mahnt zur Wachsamkeit

vom

Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September ist die Terrorgefahr weiter nicht gebannt. In Deutschland mahnt die Kanzlerin zur Wachsamkeit. Das BKA warnt vor fanatisierten Einzeltätern.

Zehn Jahre nach den Anschlägen vom 11. September in den USA sieht Bundeskanzlerin Angela Merkel den Terrorismus weiter als "sehr reale Bedrohung" auch für Deutschland. Sie verwies im "Tagesspiegel am Sonntag" auf die Festnahme von zwei Terrorverdächtigen in Berlin und mahnte, die Wachsamkeit dürfe nicht nachlassen.
Das Bundeskriminalamt (BKA) hat keine konkreten Hinweise auf einen bevorstehenden Terror-Anschlag. BKA-Präsident Jörg Ziercke macht sich aber Sorgen um fanatisierte Einzeltäter. Die beiden am Donnerstag in Berlin verhafteten Terrorverdächtigen werden von den Ermittlern der Islamistenszene zugeordnet.
Ausnahmezustand in New York
In New York werden nach Terrorwarnungen seit Freitag an allen neuralgischen Punkten Autos kontrolliert, in Bussen und Bahnen müssen Reisende größere Taschen vorzeigen. Die Behörden suchen angeblich nach drei mutmaßlichen Terroristen mit Al-Kaida-Hintergrund, von denen sich mindestens einer bereits in den USA befinden soll. Medienberichten zufolge fürchten die Behörden eine Autobombe, die in einem Tunnel oder auf einer der Brücken gezündet wird.
Die Taliban drohten den USA in einer Botschaft mit einem langen Krieg in Afghanistan. Am 11. September 2001 hatten islamistische Terroristen in den USA fast 3000 Menschen mit sich in den Tod gerissen. Die meisten starben, als die Angreifer gekaperte Flugzeuge in die Türme des World Trade Center in New York und in das Pentagon in Washington steuerten.
Obama: "Die USA sind stärker"
US-Präsident Barack Obama äußerte sich zufrieden über den Kampf gegen den Terrorismus. "Die USA sind stärker und Al Kaida ist auf dem Weg zur Niederlage", sagte Obama in seiner wöchentlichen Rundfunkbotschaft am Samstag. Osama bin Laden und weitere Al-Kaida-Führer seien getötet, die US-Spezialkräfte gestärkt und die Sicherheit in den USA verbessert worden.
BKA-Präsident Ziercke sagte am Samstag im Südwestrundfunk (SWR): "Wir wissen, dass Al-Kaida sich an fanatisierte Einzeltäter wendet in der Erwartung, dass diese dann Anschläge begehen." Die "Welt am Sonntag" zitiert aus einem ihr vorliegenden vertraulichen Schreiben des BKA an Bundesministerien und Sicherheitsbehörden vom 25. August. Darin werde gewarnt, Einzeltäter könnten den Jahrestag zum Anlass für terroristische Spontantaten nehmen. Speziell "US-amerikanische Einrichtungen und Interessen im Bundesgebiet" seien gefährdet, heiße es in dem Papier. Für diese müsse "am 11. September 2011 und in zeitlicher Nähe zu diesem Datum von einer temporären Erhöhung der abstrakten Gefährdungslage" ausgegangen werden.
Festgenommene sollen sich Chemikalien zum Bombenbau besorgt haben
Nach Einschätzung von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger ist Deutschland gut gegen Terroranschläge gerüstet. Eine absolute Sicherheit könne es aber nicht geben, sagte die FDP-Ministerin.
Die beiden in Berlin festgenommenen Männer werden verdächtigt, sich gemeinsam Chemikalien für den Bau einer Bombe besorgt zu haben. Gegen sie wurde am Freitagabend Haftbefehl erlassen. "Es gibt einen dringenden Tatverdacht und es besteht Fluchtgefahr", sagte der Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft, Martin Steltner. Die Männer stünden im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Die Bundesanwaltschaft übernahm gleichwohl zunächst nicht die Ermittlungen. Nach Informationen des Magazins "Der Spiegel" gehören die Beiden offensichtlich zum Umfeld terroristischer Gruppen in Afghanistan. Den 24 Jahre alten Deutschen libanesischer Herkunft hätten die Sicherheitsbehörden bereits vor zwei Jahren auf dem Berliner Flughafen Tegel an der Ausreise in den Iran gehindert und ihm seinen Pass entzogen. Die Staatsschützer seien davon ausgegangen, dass er sich bewaffneten Gruppen in Afghanistan habe anschließen wollen.
Dem Magazin "Focus" zufolge waren die Behörden auf den Mann aufmerksam geworden, als sie die Telefone von Islamisten überwachten, die 2009 in pakistanische Terrorlager abtauchten. Im Fall des zweiten Festgenommenen, eines 28-Jährigen aus dem Gaza-Streifen, gingen die Ermittler laut "Spiegel" Hinweisen nach, er könne in einem Terrorlager am Hindukusch ausgebildet worden sein.

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von dpa
erstellt am 11.Sep.2011 | 09:47 Uhr

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01. | Peter Carstens | 10.09.2011 | 19:25 Uhr
düster

Pakistan und Palästina - beides Länder, die grosszügig von uns und der EU mit Hilfsgeldern versorgt werden und deren grösstes Exportgut internationaler Terrorismus ist. Aber weder Religion dieser Länder noch ihre Kultur darf diskutiert werden - sofort werden Rassismus- und Islamophobenkeule geschwungen.

Ein Blick nach New York sollte die Menschen nachdenklich machen. Vor den Anschlägen eine freie, herzliche und unglaublich spannende Stadt und heute regieren Strassensperren, Angst vor Terror und Angst vor Fremden. Mit jedem Jahr geht auch dieses Land einen weiteren Schritt in diese Richtung, doch statt offen zu diskutieren und erkannte Probleme anzugehen wird verharmlost, dauerüberwacht und ins private aller Bundesbürger spioniert. Auch hier wird ein Anschlag gelingen und dann wird wieder ein Stück Freiheit begraben - Schritt für Schritt in Richtung totale Überwachung und Notstandsgesetze. Haben wir Deutsche im letzten Jahrhundert ja Erfahrungen mit sammeln dürfen... nur gelernt, das haben wir nichts.

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