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Wedel-Schulauer Tageblatt

30. September 2016 | 05:11 Uhr

Zukunftsweisende Kooperation

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Naturschutz Zum zehnjährigen Bestehen der Vogelstation in der Wedeler Marsch verlängern Nabu und Zeiss den Vertrag, der den Betrieb sichert.

Carl Zeiss Vogelstation: Das Beobachtungs- und Informationszentrum des Nabu Hamburg in der Wedeler Marsch nahe Fährmannssand verdeutlicht schon in seinem Namen, wer als Kooperationspartner ihren Betrieb maßgeblich finanziert. Und das seit zehn Jahren. Passend zum runde Geburtstag haben gestern die Naturschutzorganisation und der Hersteller optischer Geräte ihre Zusammenarbeit mit der Unterzeichnung eines Vertrags bekräftigt, der den Betrieb für weitere drei Jahre sichert.

Zeiss war 2005  /  2006 eingestiegen, als im Zuge des fälligen Neuaufbaus der Station ein Sponsoring für die Professionalisierung gesucht wurde, so Nabu-Geschäftsführer Tobias Hinsch. Mit dem Diplom Landschaftsökologen Marco Sommerfeld konnte so eine hauptamtliche Leitung für das Haus an der Kleientnahmestelle eingesetzt werden. Sommerfeld ist bis heute in dieser Funktion tätig – mit 26 Stunden an der Station. Den Rest seiner Stelle arbeitet er als Fachornithologe für den Nabu.

Zeiss sichert dem Nabu in dem neuen Vertrag einen fünfstelligen Betrag pro Jahr zu, der in die Vogelstation sowie ein neues Artenschutzprojekt in der Region Elbtalaue-Wendland fließt. Den genauen Betrag wollte Gerhard Krüss, Zeiss-Vertrieb, gestern nicht nennen. Er gab jedoch zu verstehen, dass sein Unternehmen davon ausgehe, dass „die Zusammenarbeit langfristig weitergeht“. Der Nabu und Zeiss hätten „ein Leuchtturmprojekt auf die Beine gestellt, das längst über die Grenzen Wedels hinaus bekannt ist“, so Krüss. Die Möglichkeit, kostenfrei Ferngläser zur Vogelbeobachtung auszuleihen, die durch die regelmäßige Betreuung der Station gewährleistet ist, ist nach Krüss Aussage einmalig in Deutschland.


Vogelschutz vor Ort seit Ende der 1970er Jahre


Ziel sei es, die Distanz zwischen Mensch und Natur zu überbrücken, indem Dinge sichtbar gemacht werden, die sonst für das menschliche Auge verborgen bleiben, ergänzte Krüss’ Kollegin Petra Kregelius-Schmidt. Dies lasse sich an der Vogelstation ideal umsetzen und so viele Menschen für die Natur begeistern. Schon von Kindesbeinen an: Zur Nachwuchsförderung hatte Kregelius-Schmidt einen symbolischen Scheck über 400 Euro dabei, den sie an Sara Dekubanowski aus dem Vorstand der Naturschutzjugend (Naju) Hamburg überreichte.

Laut Hinsch bietet die Vogelstation 11  500 Besuchern pro Jahr die Möglichkeit, „die Vogelwelt der Wedeler Marsch aus nächster Nähe zu erleben“. Sommerfeld stehen rund 40 Ehrenamtler zur Seite, die in mehr als 3000 Stunden Öffentlichkeitsarbeit, Biotoppflege, Instandhaltung der Beobachtungshütten sowie Monitoring von durchziehenden und brütenden Vögeln leisten. Dazu kommen 70 Führungen und Veranstaltungen.

Die Vorläufer der heutigen Vogelstation reichen fast 40 Jahre zurück: Sie resultierten aus dem Deichbau in den 1970er Jahren. Seinerzeit seien viele Naturflächen verloren gegangen – das habe den Nabu auf den Plan gerufen, so Hinsch. Die Naturschützer setzten sich dafür ein, dass das durch Bodenabbau entstandene Gewässer als Ersatzlebensraum für Vögel ausgewiesen wurde. Ende der 1970er Jahre diente ein Wohnwagen zur Vogelbeobachtung, 1984 wurde dann mit dem Hermann-Kroll-Haus die erste Vogelstation eingeweiht. Nach Nabu-Angaben zählte die Wedeler Marsch in der Folge bald zu den ornithologisch am besten erfassten Gebieten Deutschlands.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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