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Wedel-Schulauer Tageblatt

21. Februar 2017 | 04:29 Uhr

Zoff um Straßenbau in der Siedlung

vom
Aus der Redaktion der Elmshorner Nachrichten

Beiträge Elmshorner müssen zahlen

39  500 Euro. Sabine Steffens wollte laut aufschreien, als sie den Brief der Stadt Elmshorn gelesen hatte. Ihr 1200    Quadratmeter großes Eckgrundstück in der Elmshorner Siedlung grenzt an drei Straßen – und die werden komplett neu gebaut. „Wir müssen deshalb für 3600 Quadratmeter Grundstück Ausbaubeiträge bezahlen“, klagt Klaus-Dieter Steffens. Das Ehepaar ist ein Stück weit verzweifelt.

Es rumort ganz gewaltig in der Siedlung: In der Grönlandstraße, der Bornhöftstraße und der Jündewatter Straße wird die Stadt bis Ende 2018 die Kanalisation erneuern und die aus ihrer Sicht maroden Straßen sanieren. Laut Satzung der Stadt Elmshorn werden die direkten Anlieger an den Kosten für den Straßenneubau beteiligt – mit bis zu 75 Prozent der Kosten. Der Siedlerverein schlägt Alarm: „Für viele ältere Anwohner ist dieser Straßenbau existenzgefährdend“, sagt der Vorsitzende des Siedlervereins, Uwe Reimers. Sie hätten schlicht nicht das Geld, um die Forderungen der Stadt zu begleichen. Kritik gibt es vor allem an den gewaltigen Preissteigerungen. Laut Reimers mussten die Anlieger der Helgoländer Straße und der Friedrich-Engels-Straße beim Ausbau vor sieben Jahren zwischen 3000 und 5000 Euro pro 1000 Quadratmeter Grundstück zahlen. „Die Preise haben sich mehr als verdoppelt“, sagt Reimers. Betroffene lassen sich von einem Rechtsanwalt beraten. Klage nicht ausgeschlossen.

Die Stadt weist darauf hin, dass sie für die Kostensteigerung nicht die Verantwortung trägt. Sie sei der allgemeinen Preisentwicklung geschuldet. Die Erneuerung der Straßen sei ausgeschrieben und an den günstigsten Bieter vergeben worden. „Die Stadt ist sich der Belastung einzelner Eigentümer durchaus bewusst“, betont Stadtrat Dirk Moritz. In schwierigen Fällen werde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Bei der Dreifach-Erschließung handele es sich um einen Einzelfall. Die Straßenausbaubeiträge sorgen landesweit für Unmut. Eine Initiative aus Neumünster will sie in Schleswig-Holstein abschaffen. Heute wird dafür in Kiel eine Petition an die Politik überreicht. Seite 3

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