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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. August 2016 | 22:10 Uhr

Kraftwerk Wedel : Wirbel um Quecksilber-Ausstoß

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bürgerinitiative fordert mehr Transparenz. Vattenfall betont: Die Emissionen liegen deutlich im erlaubten Bereich.

Wedel | Eine Studie des Hamburger Instituts für Ökologie und Politik (Ökopol) sorgt für Aufregung in Wedel. Die Fachleute bemängelten den hohen Ausstoß an Quecksilber aus deutschen Kohlekraftwerken – auch in Rolandstadt. Eine Bürgerinitiative fordert nun mehr Transparenz.

Das Umweltbundesamt listet Emissionen auf der Website thru.de auf. Demnach stieß das Kraftwerk Wedel 82 Kilogramm Quecksilber im Jahr 2012 aus. 2013 waren es 62,3 Kilo. Die Werte für 2014 und 2015 fehlen noch, da die Daten teilweise erst 15 Monate nach Jahresende in der Statistik auftauchen.

Vattenfall betont auf Nachfrage, dass die Emissionen des gesundheitsschädlichen Metalls deutlich unterhalb der gesetzlichen Richtwerte liegen sollen. Sprecherin Karen Kristina Hillmer: „Der Ausstoß betrug im Jahr 2015 0,015 Milligramm pro Kubikmeter Emissionen täglich. Erlaubt sind bis zu 0,03 Milligramm.“ 2019 werden die Grenzwerte verschärft. Auch darauf sei man bei Vattenfall vorbereitet und zuversichtlich, die neuen Richtlinien ebenfalls zu erfüllen.

Den Kraftwerks-Gegnern von der Bürgerinitiative Wedel-Rissen reichen solche Beteuerungen nicht. Sprecherin Kerstin Lueckow wünscht sich einen einfachereren Zugang zu den Daten und sieht die Behörden in der Pflicht: „Wir fordern, dass die Emissionswerte täglich online gestellt werden.“ Vorbild für diesen Vorstoß ist das nahe Hamburg. Dort verpflichten die Behörden Vattenfall zu dieser Vorgehensweise. „Wir fordern Nachweise, dass die Gesetze eingehalten werden. Die Menschen in Wedel und Rissen müssen geschützt werden.“ Auch um den Schadstoffausstoß zu reduzieren, bekräftigte Lueckow ihre Forderung, das Kraftwerk Wedel möglichst bald nur noch bei extremen Heizbedarf zu betreiben.

Ökopol hält die in Deutschland geltenden Grenzwerte für zu hoch. In den USA würden deutlich strengere Richtlinien gelten. Laut der Studie des Instituts sei es technisch möglich, den Ausstoß an den Kraftwerken deutlich zu verringen. .

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erstellt am 08.Jan.2016 | 00:32 Uhr

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