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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2016 | 14:51 Uhr

„Das sind Einzelzellen“ : Wedel: Politik schießt gegen Wohnungsbau-Pläne der Verwaltung zur Flüchtlingsunterbringung

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Investorenmodell statt Bau mit städtischen Mitteln, so die Linie von Christdemokraten und Freien Demokraten.

Wedel | Eigentlich war der Unterkunftsbau am Steinberg kein Tagesordnungspunkt des Planungsausschusses. Eben das war Stein des Anstoßes für Martin Schumacher (FDP), der seine Kritik als Frage Richtung Verwaltung formulierte. „Warum läuft eine solche Planung an uns vorbei?“, wollte der Liberale wissen und ließ auch durchscheinen, warum: „Das sind Einzelzellen“, so Schumachers vernichtendes Urteil über das Projekt, das die Stadt bereits im Februar auf den Weg gebracht hat. Und das FDP wie auch CDU nicht müde werden zu beschießen.

Investorenmodell statt Bau mit städtischen Mitteln, so die Linie von Christdemokraten und Freien Demokraten – das ist bekannt. Dass jetzt die Grundrissplanung ins Visier genommen wird, ist dagegen eine neue Stoßrichtung. Wie Schumacher zeigte sich auch Planungsausschusschef Michael Schernikau (CDU) irritiert. Die Argumentation für den Bau eines Wohnhauses zur Flüchtlingsunterbringung auf dem Parkplatz Heinestraße gehe seitens der Stadt gerade dahin, dass Raum für Familien benötigt würde, so Schernikau: „Ich habe milde Zweifel daran, dass diese Planung hier dem Bedarf entspricht.“ Zumal man den Bürgern etwas anderes berichtet hätte. Er könne zudem nicht sehen, ergänzte Schumacher, dass das Projekt am Steinberg den beschlossenen Grundsätzen einer angestrebten Nachnutzungsmöglichkeit entspreche.

Wie berichtet hat die Politik mehrheitlich den Bau eines Wohnhauses mit zwei Geschossen plus Staffelgeschoss hinter dem alten Schlichtwohnheim am Steinberg 8 beschlossen. Kostenpunkt: 2,5 Millionen Euro. Im Februar hatte die Verwaltung dann Detailplanungen bekannt gegeben. Demnach sollen 37 Wohnungen entstehen – 32 davon für eine Person mit rund 18 Quadratmetern Wohnfläche.

Man sei von anderen Voraussetzungen ausgegangen, als der Bau geplant wurde, so Bauamtschef Lieberknecht. Konzept und Grundrisse seien mit dem Fachdienst Soziales abgestimmt. Den Planungsausschuss wollte man erst wieder beteiligen, wenn der Bauantrag gestellt sei, so Lieberknecht. Schernikau dagegen warnte: Man solle den Ausschuss besser früher einbinden, damit nicht Arbeit in etwas investiert werde, was nicht mehrheitsfähig sei. Sehr wohl mehrheitsfähig war dagegen im zweiten Anlauf nun die notwendige B-Plan-Änderung für besagten Bau einer Flüchtlingsunterkunft in der Heinestraße für bis zu 25 Personen.

Zunächst abgelehnt von CDU und SPD, hatten die Grünen sie erneut eingebracht, nachdem die Sozialdemokraten im Rat zurückgerudert waren und erklärt hatten, bei einer neuerlichen Beschlussfassung anders abzustimmen. Dies taten sie auch. Einzig die Christdemokraten lehnten damit die B-Plan-Änderung ab und waren nun überstimmt. Wiederholt wurde betont, dass es sich noch nicht um einen Baubeschluss handele. Der werde erst bei tatsächlich nachgewiesenem Bedarf erfolgen.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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