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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2016 | 14:55 Uhr

Kreuzung Businesspark : Wedel: In Abwesenheit pflastern Bauarbeiter die Einfahrt eines Privathauses

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die Einfahrt von Axel Gehrke wurde, ohne sein Zutun, um 15 Zentimeter tiefer gelegt.

Wedel | Gemeinhin ist Axel Gehrke ein ruhiger Zeitgenosse. Doch was dem Wedeler Hausbesitzer jetzt widerfahren ist, bringt auch ihn auf. Vor zwei Wochen verlässt seine Familie morgens noch wohlgemut ihr Quartier, nachmittags dann steht sie vor einer zur Hälfte neu gepflasterten Zufahrt, die abschüssig zum jetzt 15 Zentimeter tieferen Bürgersteig abfällt. Ein Schildbürgerstreich, der sich am Rande der Arbeiten um den Businesspark ereignete.

Seit Wochen wird an der Kreuzung Industriestraße/Tinsdaler Weg gearbeitet. Die Industriestraße soll in den Businesspark hinein verlängert werden. Zudem steht eine Verbreiterung der Straßen für Abbiegespuren an. Auch eine Ampelanlage wird eingerichtet. Gehrkes bewohnen seit mehr als zehn Jahren das letzte Haus im Tinsdaler Weg vor der Kreuzung. Ein altes Werkshaus von Mobil Oil aus dem Jahr 1916, dessen Doppelhausfassade sie vor Kurzem gemeinsam mit den Nachbarn renoviert haben.

„Laut ist es jeden Tag“, berichtet Mitra Rasnavod aus der anderen Hälfte. An dem Tag, als der Bürgersteig neu gestaltet wurde, sei ihr Mann von Bauarbeitern zu den Nachbarn befragt worden. Man wolle in deren Garten, sagten die. Doch obwohl Gehrkes weder anwesend noch vorbereitet waren, gingen die Arbeiten vonstatten. Am Abend lagen die alten Steine der Auffahrt im Garten, die Gartentore waren ausgehängt, und auch die Auflagestange für die Flügel war aus der Verankerung gezogen.

„Die Auffahrt wollten wir eh machen“ sagt Gehrke, „nur nicht mit Betonsteinen“, fügt er sarkastisch an und zeigt auf die neue Pflasterung. Und natürlich auch nicht 15 Zentimeter tiefergelegt. Er sprach die Bauarbeiter an. Wir mussten das angleichen, hätten die ihm erklärt. Und ergänzt: „Wir hoffen, dass das in ihrem Interesse war.“ Gehrkes Konter: „In meinem Interesse wäre es gewesen, vorher darüber zu sprechen.“

Der Hausbesitzer zeigt die alte Höhe des Bürgersteigs an.
Der Hausbesitzer zeigt die alte Höhe des Bürgersteigs an. Foto: Jac
 

„Ich will nicht, dass man einfach so abgespeist wird“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Jörg Amelung, städtischer Projektleiter für den Businesspark und als Auftraggeber Gehrkes Ansprechpartner, versteht dessen Ärger. „Natürlich ist das nicht in Ordnung“, bekennt Amelung. Ohne Einverständnis dürfe das Grundstück nicht betreten, geschweige denn baulich verändert werden. „Das ist unglücklich gelaufen.“ Im Detail habe er den Sachverhalt allerdings noch nicht aufschlüsseln können. Heute gibt es eine Baubesprechung, kündigt der Projektverantwortliche an, die Klarheit bringen soll. Danach werde er auf die Geschädigten zugehen.

Bereits zu einem früheren Zeitpunkt hat Hausbesitzer Gehrke schon einmal am Management um das Bauvorhaben Businesspark gezweifelt. Als er sich online die ersten Pläne anguckte, die öffentlich auslagen, war er verblüfft. „Da waren unsere Häuser schon nicht mehr drauf“, sagt er verwundert. Sie waren überplant. Doch der Familienvater ist zuversichtlich: „Ich gehe davon aus, dass unser Haus stehen bleibt.“ Dennoch fragt sich Gehrke, ob die Eigentümer der drei Doppelhäuser an der Kreuzung bei den Planungen bezüglich Lärmschutz und LKW-Verkehr wohl berücksichtigt werden.

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erstellt am 27.Okt.2016 | 16:15 Uhr

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