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Wedel-Schulauer Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:50 Uhr

Website sammelt für kleine Projekte

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Geschafft 620 Euro für Trauerbegleitung über landeseigene Spendenplattform eingeworben / Finanzministerin lobt Initiatorinnen

Sechs Wochen lang haben sie kräftig geworben und gezittert. Am Ende ging alles gut. Mit der landeseigenen Spendenplattform www.wir-bewegen.sh haben Dörthe Bräuner und Leena Molander vom Verein Kindesglück und Lebenskunst für ihr Farewell-Angebot 620 Euro eingeworben. Geld für einen Trauerbegleiter, der jetzt eine Familie betreuen kann, in der ein Elternteil stirbt. Für ihr vielgestaltiges Engagement für „Familien in Trauer“ wurden die beiden Holmerinnen schon öfter ausgezeichnet. Jetzt schloss sich auch Schleswig-Holsteins Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) dem Lob für die Frauen an und besuchte sie in ihrem Wedeler Gruppenquartier in der DRK-Kita Spatzennest.

„Ich habe hohen Respekt vor der Arbeit, die hier geleistet wird“, sagte Heinold. „Familien auf dem Weg mit dem bevorstehenden Tod eines Elternteils zu begleiten und zu unterstützen ist eine extrem hohe Verantwortung und Herausforderung.“ Dass dieses Projekt auf der Spendenplattform sein Ziel erreicht hat, freue sie besonders. Denn es sei ein sehr gutes Beispiel für die Zielgruppe, die das Crowdfunding-System unterstützen möchte: kleine, gezielte ehrenamtliche Vorhaben, für die eine Landesförderung wegen des Verwaltungsaufwands nicht lohne.

Anfang 2015 richtete das Land die Spendenplattform ein. Die Idee dahinter ist, Projekte und Spender auf direktem Wege zusammenzubringen. Die Unterstützer sollen sicher sein, wem sie ihr Geld geben. In welcher Form der Präsentation die Initiatoren für ihr Vorhaben werben, entscheiden sie selbst. Auch wie lange sie ihren Aufruf auf der Seite einstellen, bestimmen allein sie. Bis zu sechs Wochen ist dies möglich. Wenn in dieser Zeit die anvisierte Summe nicht zusammenkommt, gilt die Suche als gescheitert. Die Spender bekommen ihr Geld zurück. „Das ist unser Alles-oder-nichts-Prinzip“, erklärt Heinold. Mit ihm soll verhindert werden, dass Spenden umgeleitet werden.

Das Land hat den Betrieb der Seite der Investitionsbank Schleswig-Holstein anvertraut, die unter anderem die Seriosität der Projekte prüft. 100  000 Euro kostet das jährlich. Geld, das doch lieber direkt ausgeschüttet werden sollte, lautete die Kritik der Opposition, erzählt die Ministerin. Doch gerade bei kleinen Projekten, die besonders unterstützt werden sollten, würde die Bürokratie die Zuwendung auffressen, so ihr Gegenargument: „Bei kleinen Vorhaben macht es keinen Sinn, eine Landesförderstruktur drüberzulegen.“

Molander und Bräuner haben ihre selbst gesteckten Zielvorgaben in sechs Wochen erreicht. „Das war bis zum Schluss sehr spannend“, bekennt Molander. Doch die beiden Vereinsfrauen sind keine Anfänger. Über die Seite haben sie bereits Geld für bunte Sitzsäcke für ihren Gruppenraum sowie Unterstützung zur Anschaffung zahlreicher Hefte gesammelt, die in der Trauergruppe für Kinder von den Mädchen und Jungen ausgestaltet werden können.

 

>  www.kekk-kul.de

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