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Wedel-Schulauer Tageblatt

11. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Auftrgung in Moorrege : Was passiert am Heistmer Weg?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Moorreger Ehepaar ärgert sich über die Informationspolitik in Moorrege. Ausschusssitzung abgesagt. Auch die Opposition ist empört.

Moorrege | „Wir fühlen uns verschaukelt“, sagt Susanne Hörburger. Sie spricht für sich und ihren Mann Klaus-Peter. Ursprünglich wollte sich das Moorreger Ehepaar Klarheit verschaffen. Klarheit über die Pläne der Gemeinde Moorrege jenseits ihres Gartenzauns. Inzwischen sind die Hausfrau und der Chemielaborant fachkundig im Lesen von Akten und Plänen und überzeugt: „In Moorrege werden Informationen verschleiert, nicht oder verzögert weitergeleitet. Hier herrschen keine demokratischen Verhältnisse.“

Dass die für Dienstag geplante Sitzung des Bau- und Umweltausschusses ausfällt, passt für sie ins Muster. Über die Begründung − „aufgrund mangelnder Beratungspunkte“ − ärgern sich die beiden. Denn ihre Liste an Kritikpunkten ist lang und sie hätten viel zu sagen gehabt. Seit 2014 verfolgen die Anwohner der Wedeler Chaussee die Pläne, die ihr Nachbargrundstück in Richtung Heistmer Weg betreffen, genau. Ihr Vorwurf: Der geplante Knick, der das Bauland von der landwirtschaftlichen Nutzfläche abgrenzen sollte, ist in südlicher Richtung verschoben worden. Ihre Vermutung: Hier soll das Baugebiet auf längere Sicht vergrößert werden. Sie fürchten außerdem, dass dem Investor, der zwei Doppelhäuser mit vier Wohneinheiten bauen möchte, alte Eichen im Wege stehen.

Während der letzten Gemeindevertretersitzung vor der Sommerpause fragte Susanne Hörburger Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg, ob er von der Versetzung des Knicks wisse. Er verneinte. Jetzt erhielt die engagierte Hausfrau über das Amt Moorrege ein Schreiben, das das Gegenteil belegt: Es ist vom Bürgermeister unterschrieben. „Die Gemeinde Moorrege stimmt den beantragten Befreiungen hinsichtlich der Versetzung des Knickdurchbruchs an der Westgrenze um etwa zehn Meter nach Norden zu. Außerdem stimmt die Gemeinde Moorrege der Anlage des Ersatzknicks auf dem Flurstück 141/7 anstatt der Anlage auf dem nördlicher gelegenen Flurstück 141/6 zu“, heißt es wörtlich.

„Hier wird doch ständig gemauschelt“, so Susanne Hörburger verärgert. Bis Freitag lag der Flächennutzungsplan öffentlich aus, allerdings zeigt er den Knick an seinem ursprünglich geplanten Standort und nicht an seinem tatsächlichen. Auch darüber ist die Moorregerin verstimmt. Bürgermeister Karl-Heinz Weinberg (CDU) weist die Vorwürfe zurück. „In Moorrege läuft alles transparent, alles ist in den Ausschüssen und im Gemeinderat besprochen worden“, sagte er. Zusammen mit stellvertretendem Bauamtsleiter Jan-Christian Wiese stellte er sich den Anschuldigungen. Die Gemeinde sei den Wünschen von Investor Rickert in Absprache mit dem Gemeinderat, dem Kreis, dem Land und der Unteren Naturschutzbehörde gefolgt. „Warum sollten wir uns querstellen, wenn es den übergeordneten Institutionen recht ist?“, so der Bürgermeister.

Rückendeckung für Ehepaar Hörburger kommt von den Oppositionspolitikern Dirk Behnisch (SPD) und Helmuth Kruse (Bündnis 90/Die Grünen). „Das ist uralter Politikstil in Moorrege“, so Kruse. „Wir haben einen neuen Schulhausmeister – es wird nicht darüber gesprochen. Es gibt viele offene Fragen zum entstehenden Ärztehaus − aber keine Informationen. Auch zu meiner Anfrage zur Ortsentwässerung habe ich bislang keine Antwort erhalten.“

Behnisch bedauerte ausdrücklich, dass die Bauausschusssitzung abgesagt wurde. „Es hätte einige bauliche Themen zu besprechen gegeben, aber in Moorrege wird die Opposition nicht informiert“, kritisierte er. Die Baupläne für das Grundstück am Heistmer Weg seien am Bauausschuss vorbei in aller Eile im Gemeinderat durchgewunken worden.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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