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Wedel-Schulauer Tageblatt

30. April 2017 | 09:04 Uhr

„Verlust der Honorigkeit“ bei CDU

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ausschusssitzung Haseldorfs Freie Wähler machen mobil gegen Ausweisung eines neuen Baugebiets/Kritik am Bürgermeister

Die „Bürger für Haseldorf“ (BfH) machen mobil. Heute Abend will die noch recht junge Freie Wählergemeinschaft im Haseldorfer Bauausschuss Kante zeigen. Pläne der Gemeinde, mit den Stimmen der CDU–Mehrheitsfraktion einen Bebauungsplan für mit rund 50 Parzellen im Eilverfahren durchzupauken, sind es, die die Bürger auf die Zinne bringen. Der erste „Bürgerstammtisch“ der Freien Wähler im Deichhof-Café lieferte bereits einen Vorgeschmack, wie hoch her es in der Ausschusssitzung gehen könnte.

Auf etwa 50 Mitglieder können sich die Freien Wähler verlassen, so die Kalkulation ihres Vorstandes. Der stellvertretende Vorsitzende Klaus-Dieter Sellmann schob die Mobilmachung mit einem Brandbrief an. Und wenn das zum Bersten gefüllte Deichhof-Café ein Vorzeichen war, dann dürfte es heute um 19 Uhr voll werden im Haseldorfer Hof in der Hauptstraße 32.

Mit einem „üblen Trick“ versuche Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU), die Öffentlichkeit fernzuhalten, schimpfte Vize-BfH-Chef Frank Schoppa beim Bürgerstammtisch. Gegen alle Gepflogenheit sollen nämlich die nicht-öffentlichen Tagesordnungspunkte, in denen es um den Ankauf des Geländes geht, den öffentlichen Teil der Sitzung gleich nach der Begrüßung unterbrechen. Das Publikum muss dann draußen waren, bis es wieder rein darf. „Wahrscheinlich hofft Uwe, dass uns das Warten zu lang wird und wir deshalb lieber nach Hause gehen“, argwöhnte Schoppa. Sellmann sekundierte: Der Verlust an „Honorigkeit“ in der Mehrheitsfraktion, der sich in diesem Verhalten erneut offenbare, sei schließlich der Grund für das Entstehen einer organisierten Freien Wählerschaft im Dorf gewesen.

Die erstarkende Opposition könnte auch Auslöser der Eile sein, mit dem der Deal mit Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden, dem Anbieter der brachliegenden Fläche, durchgeboxt werden soll. Das mutmaßten Schoppa, Sellmann und die Vorsitzende Gisela Speer: „Die haben Angst um ihre absolute Mehrheit, die wir ihnen bei den nächsten Kommunalwahlen streitig machen werden.“ Deshalb müsse das Gemauschel noch schnell in trockene Tücher gebracht werden. Dabei gebe es ein finanziell günstigeres Angebot von Ottfried Plüschau, hieß es am Stammtisch. Plüschaus Offerte sei groß genug für 23 Parzellen, entspreche damit den ursprünglich anvisierten Zielen der Gemeinde, und sei zudem preiswerter zu erschließen.

Das Stammtischgespräch wurde nach und nach immer grundsätzlicher: Ob es überhaupt im Sinne der Einwohner sei, neue Baugebiete auszuweisen angesichts der Nebenkosten etwa für mehr Kita- und Schulplätze, war eine Frage. Zudem wurden vorhandene Bauplätze innerhalb des Dorfes aufgelistet. Nicht zuletzt ging es um Strategien, wie der Landkauf noch vereitelt werden könne.


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