zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 16:57 Uhr

sinkende Flüchtlingszahlen : Unterkünfte: Entspannung – und nun?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Leerstand in Industriestraße und Teilen des TSV-Heims: So geht Wedel mit Unterbringungsplätzen um.

Wedel | 143 bislang für 2016 gegenüber 315 in 2015: Die Zahl der Asylsuchenden in Wedel hat sich nahezu halbiert. Was bedeutet das für die Stadt, die unter dem Eindruck der Unterbringungskrise vor einem Jahr Wohnungen angemietet, Gebäude umgebaut und den Bau neuer Unterkünfte angeschoben hat? Klar ist: Das Rad soll und kann nur teilweise zurückgedreht werden. Ralf Waßmann, Fachbereichsleiter Bürgerservice, erklärt warum.

Beispiel Wohnungen. Rund 100 hat Wedel auf dem freien Markt angemietet, häufig mit längerfristige Mietverträgen. Nicht alle sind voll belegt. 15 bis 20 Wohnungen sind laut Waßmann aktuell regelmäßig komplett frei. Bedeutet relative Entspannung und die Chance für die Stadt, Verträge mit kurzen Fristen zu kündigen, um Geld zu sparen. Unterbringungskosten übernimmt zwar der Kreis – jedoch nur bei belegten Unterkünften. Leerstand wird bislang nicht refinanziert. Erst 2017 soll sich das ändern.

Während die 336 Plätze in den Bestandsunterkünften mit einer Belegung von gut 90 Prozent laut Waßmann „praktisch ausgelastet sind“, gibt es auch in den angemieteten größeren Unterkünften Leerstand. Zwar sind Haus Sonnenschein im Moorweg und die alte Rettungswache Pinneberger Straße belegt. Im TSV-Vereinsheim, angelegt auf gut 40 Plätze, ist nur einer von zwei Abschnitten teilweise genutzt. Der Gewerbebau in der Industriestraße mit 80 Plätzen wartet noch auf bau- und brandschutzrechtliche Abnahme.

Mietwohnungen werden gekündigt

Alle vier Objekte sind mittel- oder langfristig angemietet. Wie vor allem letzte Unterkunft nutzbar wäre, wird derzeit in der Verwaltung durchgespielt. Überlegungen gehen etwa in Richtung Umbelegung aus Mietwohnungen zwecks Kündigung oder auch aus dem eigene Bestand. Waßmann erinnert daran, dass die Wohnheime Schulauer Straße, Moorweg 60 und die alten Container im Ansgariusweg abgängig sind und bereits ersetzt werden sollten.

Ähnliche Überlegungen gibt es für die Neubauten an der Ecke Feldstraße/Breitscheidstraße für 40 Personen. Im Februar oder März sollen sie bezogen werden. Nicht vor 2018 wird die neue Unterkunft Steinberg mit 37 Plätzen vor allem für Ein-Personen-Haushalte fertiggestellt sein. Den Unterkunftsbau auf dem Parkplatz Heinestraße dagegen hat Wedel angesichts der aktuellen Lage auf Eis gelegt.

Bei allen Anzeichen von Entspannung erinnert Waßmann daran, dass Wedel auch Puffer in der Hinterhand haben muss, falls die Zuweisungszahlen wieder ansteigen. Zudem sind die aufgenommenen Asylsuchenden nur die eine Seite der Unterbringungsfälle. Bislang gab es allein in 2016 schon 63 Menschen, die wohnungslos geworden sind und ebenfalls Zimmer oder Wohnungen brauchen. Wobei die Stadt stets betont, dass sie hierbei auf eine sozialverträgliche Durchmischung aller Unterbringungsfälle setzt.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Nov.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert