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Wedel-Schulauer Tageblatt

01. Oktober 2016 | 00:00 Uhr

Debatte über die Entwicklung : Tourismus: Was will Haseldorf?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Soll sich das Dorf als Schlafgemeinde oder als attraktiver Ort für Ausflügler definieren? Die SPD fordert ein Dorfentwicklungskonzept.

Haseldorf | „Es geht um eine generelle Positionierung. Wenn wir keinen Tourismus wollen, haben wir auch nichts im Verein Tourismus in Marsch und Geest zu suchen.“ Mit dieser von Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) formulierten Äußerung haben sich die Mitglieder des Sport-, Kultur- und Umweltausschusses der Gemeinde Haseldorf während ihrer jüngsten Sitzung beschäftigt. Zentrale Frage war: Wie will die Marschgemeinde in Zukunft mit Besuchern und dem Verkehr, den sie verursachen, umgehen. Sie knüpft an das Stimmungsergebnis einer Einwohnerversammlung an. Hier hatten sich viele Bürger gegen mehr Tourismus ausgesprochen und Pläne, den Haseldorfer Hafen auszubauen, gekippt.

Ausschussvorsitzende Heike Meyer-Schoppa (SPD) erinnerte daran, dass die Sozialkdemokraten seit langem forderten, ein Gesamtkonzept für den Ort zu entwickeln, das die Aspekte Verkehr und Parkmöglichkeiten sowie die Interessen der Bürger und der Vereine berücksicht. Unterstützung erhielt sie von ihrem Parteifreund Boris Steuer. Er empfahl, das Thema Dorfentwicklungskonzept auch in den anderen Ausschüssen zu diskutieren. „Wir müssen klären, wie wir uns definieren − als Ort im Hamburger Randgebiet mit touristischer Attraktivität oder als Schlafgemeinde“, sagte er. Er regte an, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen. „Wir sind nun mal ein Straßendorf. Wir müssen klären, welche Möglichkeiten es für uns gibt“, ergänzte der SPD-Vertreter. „Tatsache ist, dass die Masse motorisiert kommt“, hakte Bürgermeister Schölermann ein: „Reklame für den Hafen brauchen wir nicht. Die Leute kommen sowieso. Wir können den Ort nicht sperren“, stellte er klar.

Norbert Jaedicke, Vorsitzender des Tourismusvereins, der auf der Einwohnerversammlung als Nicht-Haseldorfer kein Rederecht hatte, äußerte jetzt seine Enttäuschung darüber, dass das gesamte Projekt „Touristischer Hafenausbau“ verworfen worden ist. Die Idee, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, griffen er und sein ihn begleitender Stellvertreter Günter Leeser auf. Sie erklärten sich bereit, Kontakt zu Touristik-Studenten aufzunehmen, die im Rahmen ihrer Examensarbeiten Orte überplanen. „Es gab Anfragen in der Vergangenheit“, so Leeser.

Wirtschaftsfaktor sanfter Tourismus

Der Verein, der im Elbmarschenhaus seinen Sitz hat, setzt sich dafür ein, Tages- ausflügler und Fahrradtouristen für die Region zu interessieren. „Der sanfte Tourismus ist ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor“, gab Leeser zu bedenken. In diesem Sinne arbeiten die Mitglieder des Tourismusvereins aktuell daran, die Passierzeiten der Sperrwerke zu erweitern, die Radbusverbindungen zwischen Wedel und Elmshorn beziehungsweise Glückstadt auszubauen, mehr Angebote für Kinder zu schaffen sowie neues Kartenmaterial zu erstellen.

Gemeinde und Tourismusverein vereinbarten, im Gespräch zu bleiben. Ein für die Sanierungsmaßnahmen an der Grundschule benötigtes Gutachten zur Dorfentwicklung soll unter Umständen auf den gesamten Ort ausgedehnt werden − sofern Finanzausschuss und Gemeinderat zustimmen.

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erstellt am 16.Sep.2016 | 16:30 Uhr

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