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Wedel-Schulauer Tageblatt

25. April 2017 | 16:27 Uhr

Vernissage : Teure Farbe an den Rathauswänden

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Die „Kunstmolers ut Holm“ zeigen eine Auswahl ihrer Werke auf drei Etagen im Wedeler Verwaltungssitz.

Wedel | „In dem Café war es immer so gemütlich“, oder, „da konnte man früher herrlich spazieren gehen“. Mit nostalgisch verklärtem Blick standen Alt-Wedeler vor einer Gruppe historischer Stadtansichten und schwelgten in Erinnerungen. „Leider viel zu teuer“, bedauerten sie dann nach einem Blick auf das Preisschild. Helga Meier, die Malerin der Aquarelle, lächelte erleichtert: „Ich will nämlich gar nicht verkaufen“, verriet sie verschmitzt.

Die Künstlerin ist eine der „Kunstmolers ut Holm“, bis zu 15 Freizeitmaler, die sich vor zwölf Jahren zu einer ersten gemeinsamen Ausstellung zusammengetan haben. Viele folgten seitdem. Jetzt ist eine Auswahl ihrer Werke im Rathaus zu sehen, drei gleich unten im Eingangsbereich, die übrigen auf die zwei Obergeschosse verteilt. Zur Vernissage sprintete auch Bürgermeister Niels Schmidt vorbei. Er werde sich die Schau später zu Gemüte führen, entschuldigte der Rathauschef seinen raschen Abgang. Gelegenheit dazu haben Schmidt und alle Rathausbesucher noch bis zum 26. Mai.

Die Künstler Adda Behnke, Helmut Burgheim, Sonja Dührkohp, Babsi Ehrich, Heinz Eimert, Jens Geißler, Walter Harmsen, Wilfried Kaiser, Detlef Koch, Bernd Kühl, Traute Ludwig, Helga Meier, Hiltrud Schwarz, Susanne Söring und Monika Voigt treffen sich regelmäßig. Dabei geht es ihnen um den Austausch von Ideen und Anregungen sowie um die Planung von Ausstellungen. „Aber wir malen nicht gemeinsam“, stellen sie mit Nachdruck klar. Jeder pflege und bewahre den eigenen Stil. Insofern seien sie nicht wirklich eine Gruppe sondern eher eine gemeinsame Interessenvertretung.

Diese Individualität spiegelt sich in der Rathaus-Ausstellung wider. Sie umfasst Bilder mit unterschiedlichsten Motiven und Techniken, von kleinen Zeichnungen über Aquarelle bis hin zu großformatigen Öl- und Acrylbildern, von abstrakt bis fast schon foto-realistisch. Wenn es um die Preise geht, sind die Holmer alle nicht bange. Vier Stellen vor dem Komma sind keine Seltenheit. 1400 Euro soll „Innen – Außen“ kosten, Öl- und Lackgemälde auf Spanholz von Heinz Eimert. Immerhin ist es 1,20 Meter hoch. Es zeigt eine Nackte mit Brille am Bettrand. Das „Außen“ ist durch ein offenes Fenster zu sehen.

Das Acrylbild von Babsi Ehrich trägt den schlichten Titel „Kleine Schweinchen“.
Das Acrylbild von Babsi Ehrich trägt den schlichten Titel „Kleine Schweinchen“. Foto: Karl-Heinz Stolzenberg
 

Dagegen sind „Kleine Schweinchen“ in Acryl von Babsi Ehrich mit 190 Euro ein Schnäppchen. Für ihre „Gelbe Lilie“ will Ehrich 400 Euro haben. 360 Euro verlangt Helmut Burgheim für „Bauhausstil“, Sand und Acryl auf Leinwand, eine penibel manikürte Gartenlandschaft, in die ein Bauentwurf hineingezeichnet zu sein scheint. Nicht alle Kunstmolers sind waschechte Holmer. Sie kommen auch aus Wedel und Tornesch und sogar aus Hamburg, aber sie haben sich nun einmal unter dem Dach des Holmer Kulturvereins eingerichtet. Dessen Vorsitzender Wilfried Welsch übernahm bei der Wedeler Vernissage denn auch gern die Rolle des Laudators.

Kunst sei ein schwieriges Thema. Es gehe dabei um schwierige Dinge und es sei schwierig, darüber zu referieren, legte Welsch los. Aber dann folgte die Entwarnung: Er solle ja keine „schwierige“ sondern eine Lobrede halten, und dazu brauche er nicht viele Worte. So beschränkte er sich auf ein paar amüsante Anekdoten. Und: „Wenn Sie mehr wissen wollen, dann gucken Sie in den Flyer rein. Da stehen die Lebensläufe.“

Dann war die Musik wieder dran. Helga Wind saß am Klavier und Elke Hornig spielte Querflöte. Seit ihrer Holmer Grundschulzeit sind die beiden miteinander befreundet. „Musik ist mein Lebenselixier“, offenbarte Wind und als Malerin Adda Behnke sie gebeten habe, in Wedel zu spielen, habe sie mit großer Freude zugesagt.

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erstellt am 21.Apr.2017 | 12:30 Uhr

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