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Wedel-Schulauer Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:51 Uhr

Straftaten in Wedel gehen zurück

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Polizei ist mit der Kriminalstatistik für 2015 zufrieden / Nur 26 Einbrüche angezeigt, die am hellichten Tage begangen wurden

Das Zahlenwerk sei „relativ kleinteilig“, man müsse vorsichtig sein bei Rückschlüssen, schickte Wedels neuer stellvertretender Revierleiter Frank Lassen voraus, bevor er die Kriminalstatistik für 2015 für Wedel, Holm und Hetlingen gestern in der Wedeler Wache vorstellte. Meint: Je kleiner die absoluten Zahlen in der Statistik werden, um so schwieriger sind objektivierbare Tendenzen festzumachen. Trotzdem zogen er und sein Kollege eine eindeutige Bilanz: „Wir sind absolut zufrieden mit den Zahlen“, sagte Stephan Dau, Leiter des Ermittlungsdienstes. Und Lassen ergänzte: „Ich würde die Stadt Wedel nicht als unsicher bezeichnen.“

2076 Straftaten zählte Wedels Polizei im vergangenen Jahr. Das sind 295 weniger als 2014, da waren es noch 2371. Bezogen auf die Städte im Kreis liegt Wedel damit nach Elmshorn, Pinneberg und Uetersen auf dem 4. Platz. Die Aufklärungsquote aller angezeigter Fälle sank von 48,7 auf 47,3 Prozent. Als wesentliche Ursache des Straftatenrückgangs machten die Polizisten die Schließung der Diskothek Maxx in der Rissener Straße aus. Der Betreiber des neuen Moda Clubs verfolge ein anderes Konzept und ziehe ein anderes Publikum an. So genannte Roheitsdelikte wie beispielsweise Körperverletzung und Raub gingen von 383 (2014) auf 321 (2015) Fälle zurück. Die Aufklärungsquote stieg hier auf 89,1 Prozent an. Vordem lag sie bei 85,6 Prozent. „Da sind wir schon stolz drauf“, kommentierte Lassen.

Bei Einbruch- und Fahrraddiebstahl konnten von 393 angezeigten Fällen lediglich 9,4 Prozent aufgeklärt werden. 2014 waren es noch 458 „Diebstähle unter erschwerten Bedingungen“, davon gelöst: 9,8 Prozent. Eine Verdoppelung der Aufklärungsquote gab’s hingegen bei den Wohnungseinbrüchen. 68 Fällen in 2014 stehen 85 im vergangenen Jahr gegenüber. Von 5,9 stieg die Aufklärungsquote auf 11,8 Prozent. Zählt man nur die Wohnungseinbrüche am Tage, waren es 26 in 2015. „Durchschnittlich alle 14 Tage einer, ich finde das nicht so viel“, sagte Lassen, bei zirka 10  000 Haushalten, die es in Wedel gebe. Darüber hinaus steht die Zahl gegensätzlich zum allgemeinen Trend steigender Einbruchdelikte. Einen lokalen Schwerpunktbereich gebe es in Wedel nicht, bekundete Dau auf Nachfrage. Trotz der positiven Zahlen raten die Beamten: Keine Tatgelegenheit zu geben, sei die wirksamste Devise, sich zu schützen. Lassen: „Ich halte die technische Sicherung für die erfolgsversprechendste Variante.“

Gut 1,3 Millionen Euro Schaden entstanden Wedelern im Jahr 2015 – Sachbeschädigung nicht eingerechnet, die wird in der Schadenshöhe nicht erfasst, erklärte Lassen. Davon verursachten Wohnungseinbrüche einen Verlust von mehr als 170  000 Euro. Vermögens- und Fälschungsdelikte schlugen mit gut 400  000 Euro ins Minus.

Auch die ermittelten Tatverdächtigen hat die Kriminalstatistik untersucht: Sie sind vornehmlich männlich. Von den 777 ermittelten Tatverdächtigen waren 175 unter 21 Jahre alt, 144 davon junge Männer, lediglich 31 junge Frauen. Die größte Gruppe der Täter (296 Personen) zählte zwischen 30 und 50 Jahre. Gut jeder Zweite war Wiederholungstäter, 15 Prozent standen unter Alkoholeinfluss, 63 Prozent waren ortsansässig.

Seit Mai 2015 werden Einsätze mit so genannter Flüchtlingsrelevanz gelistet, erklärten Lassen und Dau. 41 mal wurde die Wedeler Polizei bis Ende 2015 aktiv. Davon ging es in zwölf Fällen um Straftaten, sechs davon von Flüchtlingen zum Nachteil von Nicht-Flüchtlingen begangen, sechs mal waren es Auseinandersetzungen unter Flüchtlingen.

 

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