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Wedel-Schulauer Tageblatt

30. April 2017 | 16:48 Uhr

Stimmungstest: Nein zum Baugebiet

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Infoveranstaltung Gut 100 Gäste bei Haseldorfs freien Wählern

Die Ausweisung eines Neubaugebiets auf der grünen Wiese brennt den Haseldorfern unter den Nägeln. Nachdem bereits am vergangenen Sonnabend etwa 100 Besucher zu einer Informationsveranstaltung von Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) gekommen waren (unsere Zeitung berichtete), folgten am Dienstagabend der Einladung der neu gegründeten freien Wählergemeinschaft „Bürger für Haseldorf“ (BfH) ebenfalls gut 100 Interessierte. Nach der sachlich verlaufenen Veranstaltung im Haseldorfer Hof wurde auf Initiative des Zuhörers Rainer Müller-Broders offen darüber abgestimmt, ob die Anwesenden für die Ausweisung des von der CDU bevorzugten Areals sind: Die Ablehnung betrug 100 Prozent.

Die BfH hatte sich mit ihrem Veranstaltungsort quasi in die Höhle des Löwen gewagt, denn das betroffene Gelände gehört Udo Prinz von Schoenaich-Carolath-Schilden. Er besitzt auch den Haseldorfer Hof. Prinz Carolath ließ sich allerdings nur kurz sehen: Gegen 19.58 Uhr erscholl aus dem hinteren Teil des Saals ein lautes „Guten Abend“, das viele verschreckt zusammenzucken ließ. Er komme gerade aus Kiel und wünsche noch viel Spaß. Danach zog er sich zurück und die Versammlung lief weiter.

Die Vorstandsmitglieder der BfH hatten zuvor abwechselnd unterschiedliche Themenfelder beleuchtet. Vorsitzende Gisela Speer betonte, dass ihre Vereinigung nicht grundsätzlich gegen Baulandausweisung sei. „Aber die Vorgehensweise gefällt uns nicht“, betonte sie. Und sie fragte mit Hinblick auf die Kommunalwahl im kommenden Jahr, warum die CDU es so eilig habe.

Vize-Chef Frank Schoppa bekräftigte die Forderung nach einem Dorfentwicklungskonzept. Zu den Themen Verkehrsbelastung und Tourismus hätten schließlich alle Bürger etwas beizutragen. Auf die Frage aus der Zuschauerschaft, was denn der Einzelne tun könne, riet Schoppa: „Kommen Sie zu allen gemeindlichen Sitzungen!“ Man könne als Bürger Druck erzeugen, nur weil man dasitze.

Kritik wurde an dem von der Gemeinde verschickten Fragebogen in doppelter Hinsicht laut. Zuhörer Andreas Langbehn wurde beispielsweise gleich zweimal vom Amt damit bedacht. Besonders aber stößt auf, dass die Bögen mit Absender und Unterschrift versehen werden müssen. Datenschutzrechtliche Bedenken wurden laut. Vize-BfH-Chef Klaus-Dieter Sellmann appellierte, sich dennoch zu beteiligen: „Wir können es in Deutschland glücklicherweise noch tun, und wir können auch Nein sagen.“

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