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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 21:12 Uhr

Stadtbücherei wird Kunstvermieter

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Neuer Service Originale von Manfred Kuhn zum Ausleihen auf Zeit / 250 Arbeiten im Bestand / Gebühr fließt an den Förderverein

Bücher gehen zurück ins Regal der Stadtbücherei, wenn sie ausgelesen sind – ein Jahrzehnte altes Prinzip. Dass Kunstwerke zum Verleihtresen zurückgebracht werden können, wenn man sich an ihnen sattgesehen hat, sie grad nicht mehr zur Stimmungslage oder zur neuen Sofafarbe passen, ist dagegen neu. Ab 9. September bietet die Bibliothek im Rosengarten 6 einen zusätzlichen Service: die Artothek.

Als Kooperationspartner hat Büchereileiterin Andrea Koehn dafür Manfred Kuhn ins Boot geholt. Der stellt 250 seiner Originale – Acryl- und Airbrush-Arbeiten in den Formaten 30 mal 40 Zentimeter bis ein mal 1,4 Meter – zur Verfügung. Als Mietobjekte für maximal ein Jahr. Mietgebühr pro Monat: sechs bis zehn Euro. Das entspricht zwei Prozent des Kaufpreises, so Kuhn. Grundgebühren gibt es nicht. Bis Ende 2016 steht die Artothek jedermann zur Verfügung, ab 2017 ist ein Büchereiausweis Voraussetzung für die Bilder-Ausleihe.

Ein Angebot, von dem die Stadtbücherei direkt profitiert: Die Mieteinnahmen fließen komplett an den Förderverein der Einrichtung. Sollten sich Menschen zum Kauf eines Bildes entschließen, wird zudem ein Teil der Mietkosten angerechnet und wiederum ein Teil des Kaufpreises an die Bücherei-Förderer gespendet, erklärt Kuhn. „Ich habe viele Bilder und möchte einfach nicht, dass sie irgendwo im Keller rumstehen“, sagt Kuhn. Gut für Koehn. Für die sind die Arbeiten des Holmers ein „unheimlich gutes Startpotenzial“. Auch und gerade weil Kuhn so breit aufgestellt ist. Realistische Landschaften stehen neben abstrakten, expressiven Eruptionen, Maritimes, Berge, Tiere neben Fantasiewelten. Die Feststellung mancher Betrachter, er habe keinen Stil, ficht Kuhn nicht an. Der 72-Jährige bewegt sich in viele Richtungen. Dabei gilt: „Ich tobe mich am liebsten auf großer Leinwand aus und liebe den großen Pinsel. Filigran – das bin ich nicht.“ Kuhn ist ebensowenig einer, der eine Botschaft transportieren möchte. Kunst, das hat für ihn vor allem mit Dekorativem zu tun.

Vor etwa 30 Jahren sei er zur Kunst gekommen, sagt Kuhn, der als Unternehmensberater sowie Dozent für Betriebswirtschaft und Controlling unter anderem an der FH Elmshorn und der Uni Hamburg gearbeitet hat. Mit dem Ruhestand konnte sich der gebürtige Oldenburger dann ausgiebig der Malerei widmen. Zuletzt hat Kuhn in Berlin ausgestellt.

Koehn sieht die stilistische Offenheit des Wahl-Holmers als Vorteil für den Artothek-Start: „Dadurch findet hier jeder etwas“, so die Büchereileiterin. Sie kann sich vorstellen, auch mit weiteren Künstlern auf dieser Basis zusammenzuarbeiten. Kuhn will wechselnd jeweils etwa 20 bis 25 Bilder in der Bücherei zeigen, weitere sind auf der Internetseite der Bücherei, neuerdings zu finden auf auf wedel.de, und Kuhns eigener Homepage zu sehen. Freitags ab 15 Uhr ist er selbst im Rosengarten 6 anzutreffen.


>manfredkuhn.tumblr.com

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erstellt am 03.Sep.2016 | 13:47 Uhr

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