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Wedel-Schulauer Tageblatt

27. April 2017 | 09:16 Uhr

Stadtbücherei feiert 111. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Festwoche Wladimir Kaminer liest in Wedel / Bibliothek wandelt sich vom Aufbewahrungsort für Medien zum Treffpunkt

Es ist mal wieder Zeit zu feiern. Und die Schnapszahl 111 ist ein passender Anlass. Hat sich jedenfalls das Team der Stadtbücherei in Wedel gedacht. Und so feiert es mit Bürgern der Stadt den 111. Geburtstag der 1906 gegründeten Einrichtung.

Für Büchereichefin Andrea Koehn ist es ein ganz besonderes Jahr. Denn sie ist seit elf Jahren Leiterin der Bibliothek. Im Gespräch blickt sie auf die Meilensteine der vergangenen Jahre zurück. Ihr persönliches Highlight: die Betreuung der Schulbibliotheken für die Gebrüder-Humboldt-Schule, die Albert-Schweitzer-Schule und die Ernst-Barlach-Gemeinschaftsschule. „Mein Wunsch wäre, für alle Schulen Bibliotheken zu betreuen. Aber dafür reicht das Personal nicht“, sagt Koehn. Immerhin: Mit der Einrichtung einer halben Stelle für diese Aufgabe im Jahr 2010 sei Wedel Vorreiter in Schleswig-Holstein gewesen.

Auch in der Digitaltechnik hat sich viel getan. Bücher bekamen die sogenannten RFID-Transponder. RFID steht für radio-frequency identification. Die pflastergroßen Funketiketten machten das händische Registrieren der Ausleihen auf Laufkarten überflüssig. Diese Technik ermöglichte auch, dass 2015 ein Rückgabe-Automat aufgestellt werden konnte. „Das reduziert Wartezeiten. Denn unser Thresen ist wegen der Personalreduzierung nur noch mit einer Mitarbeiterin besetzt“, sagt Koehn.

Und auch die Medien selbst sind digitalisiert worden. „Die Ausleihen gedruckter Bücher gehen stetig zurück. Die Onleihe dagegen wird immer beliebter“, sagt Koehn. Das neue Konsumverhalten verändert auch die Stadtbücherei. „Die Bücherei ist nicht mehr nur ein Aufbewahrungsort für Medien. Sie wandelt sich zum Treffpunkt“, erläutert die Leiterin. In der Bibliothek am Rosengarten gibt es nun ein Lesecafé mit gemütlichen Sitzgelegenheiten, eine Jugend-Ecke, eine Ruhezone zum Lernen und W-Lan. Außerdem ist die Bücherei seit fünf Jahren durchgehend geöffnet. „Mittags kommen viele Berufstätige. Es gibt zum Beispiel etliche Besucher, die hier die Zeitung lesen“, sagt Koehn. Aber auch als Arbeitsplatz werde die Bibliothek genutzt.

Für die Ausleihe der Medien sind Gebühren zu zahlen. Doch wer das Angebot der Bücherei vor Ort nutzen möchte, kann das gratis tun. „Wer hier vorbeischaut, braucht keinen Leihausweis“, sagt Koehn. Auch deswegen wird die Bibliothek zunehmend auch ein Treffpunkt für Flüchtlinge, die dort mit ihren Sprachpaten Deutsch üben.

Zum Geburtstag hat das Bücherei-Team eine Festwoche für Familien organisiert. Vom 8. bis 18. Juni stehen unter anderem eine Lesung mit Wladimir Kaminer, eine Lesung mit Rainer Rudloff und der offizielle Festakt am Sonnabend, 10. Juni, auf dem Programm (siehe Infokasten). In einem Mal- und einem Smartphone-Wettbewerb gibt es 111 Preise zu gewinnen.

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erstellt am 12.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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