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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 07:08 Uhr

Spielplatzgipfel: Das war erst der Anfang

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

StreichlisteKritik an mangelnder Beteiligung und Kostenintransparenz

Sieben von 46 Anlagen auf der Streichliste, 20 Bürger, die mitreden wollten bei dem kritisierten Sparansatz, dazu Mitarbeiter der Verwaltung und Politik-Vertreter aus beiden zuständigen Ausschüssen: Gut zweieinhalb Stunden dauerte Wedels erster Spielplatzgipfel. Konsensfähige oder neue Vorschläge, wo der Rotstift angesetzt werden könnte, gab’s am Ende nicht. Dafür die Erkenntnis: Man sollte mehr miteinander reden.

„Wir sind nicht grundsätzlich gegen Schließungen, sondern dafür, dass die richtigen Plätze ausgewählt und die Eltern beteiligt werden“, verdeutlichte Maren Burrows als Sprecherin die Haltung der Elterninitiative „Stopp: Hände weg von Wedels Familien“. Sie war mit mehreren Mitstreiterinnen in den Ratssaal gekommen. Mangelnde Beteiligung: nicht der einzige Kritikpunkt der Ini. Auch die Auswahl an sich sei nicht nachvollziehbar. Erklärungen, Beteiligung von Eltern und Anwohnern: „Warum gibt es so was nicht vorher?“, fragte Burrows.

„Wir befinden uns hier in einem Lernprozess“, gab Lothar Barop (SPD) zurück. Und merkte an: Im Prinzip sei man sich einig. Nach Protesten im zuständigen Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport hatte er als Vorsitzender den Spielplatzgipfel angeregt. „Es ist sinnig, vorher mit den Bürgern zu reden, bevor hinterher gemeckert wird“, so Barop. Eine Erkenntnis aus seiner Sicht: Solche Veranstaltungen müsse man öfter machen.

Der Sozialdemokrat erklärte jedoch auch: Die Haushaltslage gebiete es zu sparen. Die Mittel seien knapp, die Politik unter dem Druck, für eine angemessene Verteilung zu sorgen. „Bei 46 Spielplätzen und nochmal etwa 20 privaten für Kleinstkinder muss es möglich sein, darüber nachzudenken, ob man eventuell auch mal etwas verändern kann.“

Thema Geld: Auch und gerade das sorgte wiederholt für Unmut nicht nur bei den Bürgern, auch bei der Politik, etwa bei Grünen-Ratsfrau Petra Kärgel. Wie hoch sind Kosten respektive die Ersparnis, wenn ein Spielplatz geschlossen wird? Mehrfach stand diese Frage direkt und indirekt im Raum. Aus dem Bauamt hieß es dazu erneut, es gebe nur gemittelte Werte von 5800 Euro je Spielplatz pro Jahr. Keine zufriedenstellende Antwort für viele Anwesende, die „konkrete Zahlen“ und „Kostentransparenz“ forderten. Das galt auch für den Vorschlag aus dem Kinderparlament, statt vieler kleiner größere und besser Ausgestattete Spielplätze vorzuhalten. Eines von mehreren Kontra-Argumenten: Auch so etwas sei nicht zu diskutieren, wenn die finanziellen Konsequenzen nicht klar seien.

Insgesamt ein Abend ohne konkretes Ergebnis, aber mit zahlreichen Hinweisen und Vorschlägen – sie seien Sinn der Veranstaltung gewesen, so Barop. Spielplätze nicht für Sechs- bis Zwölfjährige, sondern altersübergreifend, war einer. Spielplatzpatenschaften, die Geld bei der Unterhaltung sparen – Anregung von Detlef Murphy, Linke-Fraktionschef – ein anderer. Kleine Kinder, kurze Wege war eine Forderung. Eine Umwandlung weniger genutzter Anlagen in Community-Gärten eine andere. Warum nicht Online-Umfragen zur Nutzung direkt an den Spielplätzen erheben? Und auch die Kitas mit einbeziehen, zumal wenn sie wie die DRK-Einrichtung Spatzennest keine oder nur kleine Außenanlagen haben. Freie Spielflächen, die im Falle eines Rückbaus von Spielplätzen erhalten bleiben sollen, kamen nicht gut an. Auch das wurde deutlich.

Und wie geht’s weiter? Das liegt beim Ausschuss, sagte Barop. Angesichts der vielen offenen Fragen könne er sich jedoch nicht vorstellen, über die Streichungen zu entscheiden.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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