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Wedel-Schulauer Tageblatt

04. Dezember 2016 | 03:00 Uhr

Rückbaupläne in Wedel : Spielplätze: Die Streichliste ist in der Kritik

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

An der Elbe formiert sich der Anwohnerwiderstand. Noch vor dem ersten Durchgang durch die politischen Gremien sorgt das Papier für mächtig Wirbel.

Wedel | Die Streichliste für sieben von 46 Spielplätzen in Wedel: Noch vor dem ersten Durchgang durch die politischen Gremien sorgt das Papier für mächtig Wirbel. Beispiel Rebhuhnweg. „Unser Spielplatz soll bleiben“ steht auf einem Banner am Zaun – es ist nicht das einzige Zeugnis des Protests von Anwohnern gegen einen drohenden Rückbau. Sonnabend haben Kristina und Gerrit Hinz Unterschriften gegen die Streichungspläne gesammelt. 96 Unterzeichner haben sich bereits in ihrem Umfeld gefunden, die für den Erhalt der Anlage kämpfen wollen. Laut Gerrit Hinz ist die Liste bereits an verschiedene Fraktionen gegangen.

Hinz ist selbst Vater eines kleinen Kindes. Er und seine Frau schätzen an „ihrem“ überschaubaren Spielplatz mit wenigen Geräten besonders die Eignung für unter Sechsjährige. Ein Umstand, der gemäß Beschlussvorlage offenbar durch das Betrachtungsraster gefallen ist. Wie berichtet hat die Erhebung der Kinder, die in 200- und 700-Meter-Radien um die Spielplätze herum wohnen, lediglich die sechs- bis zwölfjährigen Jungen und Mädchen anhand der städtischen Meldedaten erfasst. Eine zu enge Betrachtung, die auch andernorts aufstößt, so Hinz.

Ein weiterer Kritikpunkt: Großeltern, die von ihren Enkelkindern besucht werden, sind in der Umfeldbetrachtung ebenfalls nicht berücksichtigt. „Und das gibt es häufig bei uns in der Moorwegsiedlung“, weiß Hinz. Sprich: Die Erhebung spiegelt nicht die Nutzungssituation. Was den Betroffenen ebenfalls aufstößt, ist die fehlende Angabe von Einsparungen. Stattdessen sind Rückbaukosten beziffert – insgesamt mit 32.000 Euro für alle sieben Plätze. Zudem würden auch freie Spielflächen, die nach einem Rückbau erhalten bleiben sollen, Pflege und Unterhaltungskosten verursachen.

Grüne fordern Bürgerbeteiligung

Auch die Grünen monieren, dass Familien im Einzugsgebiet nicht in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Die angeführte geringe Nutzung der Plätze, die der Bauhof anhand von Gebrauchsspuren ableitet, reicht ihnen nicht. „Die Grüne-Fraktion wünscht sich bei solchen folgenreichen Baumaßnahmen größtmögliche Transparenz und eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger – und zwar wenn möglich im Vorwege“, so Ratsfrau Petra Kärgel auf der Homepage der Fraktion. Sie hofft, dass möglichst viele Anwohner die heutige Sitzung des Bildungsausschusses nutzen, um durch Einschätzungen und Fragen Hilfestellung für die anstehende Beschlussfassung zu liefern. Die Sitzung beginnt um 19 Uhr im Rathaus.

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erstellt am 28.Sep.2016 | 17:15 Uhr

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