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Wedel-Schulauer Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Kritik an Neubauplänen : Solarnova will in den Businesspark

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Das Wedeler Photovoltaik-Unternehmen plant ein Neubau-Projekt. Das Bauamt und die Grünen kritisieren aber die Gestaltung.

Wedel | Ein nächster Investor klopft an mit Plänen für ein Bauprojekt in Wedels Businesspark. Es ist ein guter alter Bekannter: Solarnova. „Unser Mietvertrag am Marienhof läuft aus und wir platzen aus allen Nähten“, sagte Bernd Woderich, technischer Leiter des Photovoltaikmodul-Herstellers, der aus der Wedeler AEG hervorgegangen ist. Zu enge Büroräume, zu wenig Produktionsfläche, ein reines Zweckgebäude als Firmensitz: Das soll sich ändern.

„Wir wollen schon mit unserem neuen Gebäude zeigen, was wir produzieren“, sagte Woderich zur Erläuterung der Pläne für einen Komplex mit auffälligem Glasfassaden-Trakt direkt an der Erschließungsstraße des Businessparks. Der Clou: In die Glasflächen werden Solar-Elemente eingearbeitet. Bauwerkintegrierte Photovoltaik – eine Spezialität der Firma auf dem Weltmarktgeschäft. „Mit unserer Fassade erzeugen wir Strom“, so Woderich. Ästhetik des Gebäudes spiele eine wesentliche Rolle bei den Plänen für das neue Gebäude.

Bekenntnis zum Standort Wedel

„Wir wollen in Wedel bleiben“, betonte Woderich und lobte den Businesspark als „sehr attraktiven Standort“. Er machte allerdings auch deutlich, dass die Zeit drängt aufgrund des auslaufenden Mietverhältnisses. Daher gebe es Plan B: eine derzeit bereits im Bau befindlich Immobilie in Rellingen. Auf etwa 80 mal 45 Quadratmeter soll der neuer Sitz von Solarnova im Nordwesten des Businessparks entstehen. Investor ist laut Woderich Inhaber John von Frantzius, der Solarnova 2014 nach der Insolvenzanmeldung übernommen hat. Er wolle als Privatmann investieren, sagte Woderich: „Auch das ein Bekenntnis zum Standort Wedel.“ Das Investitionsvolumen für das Objekt bezifferte Woderich auf 2,4 Millionen Euro.

Beifall kam für die Pläne von der SPD. Manfred Eichhorn, planungspolitischer Sprecher der Sozialdemokraten, bezeichnete Solarnova als „idealen Wunschpartner“. Eichhorn: „Ein Wedeler Unternehmen, das vor Ort investieren und in den Businesspark umsiedeln möchte: Wir begrüßen das Vorhaben sehr.“

Weniger euphorisch klang dagegen Bauamtschef Klaus Lieberknecht. Er bemängelte just die von Woderich so betonte Gestaltung: „Da ist noch Luft nach oben, insbesondere beim Baukörper direkt am Loop. Das ist alles ein bisschen langweilig, was etwa die Fassade und die Dachform angeht.“ Dem stimmte Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke zu. Seine Partei begrüße die Ansiedelung. „Bei der Gestaltung sollte jedoch nicht jeder machen können, was er möchte“, so Wuttke. Man solle auch auf Attraktivität achten.

Die Solarnova GmbH Deutschland produziert nach eigenen Angaben seit 1996 in Wedel hochwertige Photovoltaik-Module. Die einstigen Firmengründer kamen aus der AEG-Solartechnik, die in Wedel schon zu Beginn der 1980er Jahre eine der ersten PV-Produktionslinien aufgebaut hatte. Seitdem hat sich Solarnova vor allem als Hersteller individueller Module für bauwerkintegrierte Photovoltaik (BIPV) auf dem Weltmarkt etabliert. BIPV ergänzt klassische Baumaterialien nicht nur, sondern ersetzt sie. Neben der Stromerzeugung übernimmt BIPV auch Funktionen wie Verschattung, Wetter-, Sicht- und Schallschutz, als Isolierglas sogar die Wärmedämmung. Ein- und Mehrfamilienhäuser gehören ebenso zu den Solarnova-Referenzen wie auch nationale und Internationale Unternehmen und Institutionen. Solarnova  führt eine eigene, hochleistungsfähige Standardmodulserie im Programm und ist weltweit als Dienstleister für den Aufbau schlüsselfertiger Modulfabriken tätig.
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erstellt am 29.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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