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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:19 Uhr

43 Kilometer erfasst : So steht’s um die Radwege in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Bestandsaufnahme: Bei neun Prozent der Wege besteht sofortiger Handlungsbedarf.

Wedel | Jetzt hat es die Stadt schwarz auf weiß: Eine Erfassung des Wedeler Radwegenetzes offenbart Defizite in einer Größenordnung, die Nutzer wenig überraschen dürfte. Nur 22 Prozent der Wege haben das Prädikat „gut“ bekommen. 69 Prozent sind als „ausreichend“ klassifiziert. Bei neun Prozent lautet das Urteil „nicht zumutbar“. Laut Untersuchung besteht sofortiger Handlungsbedarf. Bei weiteren 72 Prozent muss kurz- oder mittelfristig etwas getan werden.

Angestoßen von der Politik hatte Peter Hitsch vom Hamburger Büro SBI Bau – Verkehr – Vermessung im Sommer eine Bestandsaufnahme für 43 Straßenkilometer in 97 Abschnitten erstellt. Das Ergebnis präsentierte Hitsch jetzt den Fraktionen.

Sein Fazit in der Kategorie „Qualität und Zustand der Verkehrsflächen: „Im Großen und Ganzen ok“. Danach kommen 43 Prozent mit der Bewertung „gut“ weg, 54 Prozent sind „ausreichend“ und drei Prozent „nicht zumutbar“. Es gebe aber viele partielle Mängel, musste Hitsch feststellen. Mit 38 Prozent Spitzenreiter in der Mängelverteilung war der Oberflächenzustand. Es folgen die Querschnittsbreite (20 Prozent) und Sicherheitsaspekte (19 Prozent) sowie Verkehrslenkung (ein Prozent). 22 Prozent sind unter „sonstige Mängel“ zusammengefasst. An Knotenpunkten konnte Hitsch häufig unschlüssige und für Radfahrer unkomfortable Regelungen ausmachen, etwa durch fehlende Kennzeichnungen oder durch Umwege, die in Kauf genommen werden müssten, oder durch teils ungesicherte Einmündungen.

Nur ein Fünftel ist benutzungspflichtig

Was die Beleuchtung angeht: Die fehlt bei etwa einem Drittel (35 Prozent) der Wedeler Radwege. In Sachen Verkehrsführung ermittelte der Experte: Nur ein Fünftel der Radwege ist benutzungspflichtig, bei dem Rest steht die Nutzung frei. Bei 32 Prozent der untersuchten Straßen gibt es laut Hitschs Bestandsaufnahme kein Angebot für Radler. Dort muss auf der Straße gefahren werden.

Als ein Beispiel für die Kategorie „nicht zumutbar“ mit sofortigem Handlungsbedarf nannte Hitsch die Heinestraße. Schlechte Oberfläche, zu enge Führung an Pkw, kaum noch markierte Einmündungsbereiche stehen auf der Mängelliste. Hitschs Vorschlag: Entweder solle man Radfahrer auf der Straße fahren lassen und den Gehweg verbreitern oder aber den Radweg verbreitern und nach aktuellen Sicherheitsanforderungen sanieren.

Bauamtschef Klaus Lieberknecht schlug im Fachausschuss vor, anhand der Bestandsaufnahme zunächst eine Prioritätenliste zu erstellen. 50  000 Euro seien in den Haushaltsentwurf 2017 als Pauschale für Sofortmaßnahmen eingestellt – „damit könnten dann schon erste Maßnahmen in Angriff genommen werden“, so Lieberknecht, angefangen bei den unzumutbaren Abschnitten. Zudem empfahl er, eine Entscheidung zu treffen, ob sich Wedel von den nicht benutzungspflichtigen Radwegen verabschieden und die Radfahrer auf der Fahrbahn führen wolle.

Wolfgang Rüdiger (SPD) ließ bereits mögliche Anträge seiner Partei in den Haushaltsberatungen erahnen. Er merkte an: „50.000 Euro für 2017 – das ist wirklich nicht viel. Wir bräuchten eine größere Summe, um etwas tun zu können.“

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erstellt am 05.Okt.2016 | 12:15 Uhr

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