zur Navigation springen

Wedel-Schulauer Tageblatt

10. Dezember 2016 | 00:21 Uhr

St. Michael : Silke Maaß verlässt Moorreger Kindertagesstätte

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Als Dankeschön packt die Pastorin einen Lebenskoffer mit guten Wünschen.

Moorrege | Vor dem Altar der St. Michael-Kirche packte Pastorin Vivian Reimann-Clausen einen Koffer. Es sollte ein Lebenskoffer werden, Abschiedsgeschenk für die scheidende Kita-Leiterin Silke Maaß. Papiertaschentücher für lachende und weinende Augen, eine zupackende Hand, einen Ball, den man sich zuwerfen kann, Jongliertücher, um mit vielen Aufgaben gleichzeitig fertig zu werden und nicht zuletzt Wasser und Brot füllten nach und nach das Gepäckstück.

Aber warum auch ein Paket Kaffee, ist Maaß doch als leidenschaftliche Teetrinkerin bekannt? „Weil sie immer gerne bereitstellt, was ich oder andere mögen“, so die Begründung der Pastorin. Dann kamen noch zwei Muscheln dazu. Die Perle darin als Symbol des unerschütterlichen Glaubens, dass „immer was Gutes rauskommt“, denn den attestierte Reimann-Clausen der Frau, die zwei Jahrzehnte lang den Kindergarten der Gemeinde geprägt hat und dabei mit vielen Widrigkeiten fertig werden musste.

Obendrauf kam eine Schicht Papier-Engel, beschriftet mit guten Wünschen für die Zukunft. Nicht nur die Pastorin, sondern jeder in der Kirche trat vor, um einen Engel dazu zu packen. Das war der emotionale Höhepunkt der feierlichen Verabschiedung.

In ihrer Predigt ging die Pastorin auf die biblische Geschichte von Abraham ein. 75 Jahre alt sei er gewesen, als Gott ihn auf die Reise geschickt habe und der alte Mann hat die Herausforderung bewältigt. Von dem Alter sei Maaß noch weit entfernt, aber nun zwinge sie eine Krankheit, die vertraute Stätte ihres Wirkens zu verlassen. Gottes Segen werde sie auf dem Weg in einen neuen Lebensabschnitt sicher geleiten, so Reimann-Clausens tröstlicher Zuspruch.

„Ich wäre gerne noch zwei Jahre geblieben“, räumte Maaß ein, stockend und merklich gerührt. „So schöne Worte wie heute habe ich in meinen 20 Kindergarten-Jahren nicht gehört“, seufzte sie und fügte einen ausführlichen Rückblick auf Höhen und Tiefen der hinter ihr liegenden Zeit an. Sie schloss: „Ich gehe nicht fröhlich aber zufrieden.“ Einen bisschen Humor brachte sie dann doch auf: „Tausche Arbeitsplatz gegen Haus am Meer.“ Der Spruch auf einer Genesungskarte habe ihr gefallen und da ihre Nachfolge noch nicht geregelt sei, möchte sie ihn den Bewerbern gerne vorlegen, kündigte Maaß an.

Für das evangelische Kitawerk als Betreiber des St.- Michael-Kindergartens überbrachte Geschäftsführer Andreas Brenner Dank und gute Wünsche. Anja Eiffert dankte im Namen des Kirchengemeinderats. Dann reihte sich Moorreges stellvertretender Bürgermeister Dirk Behnisch (SPD) in die Schlange der Abschied nehmenden ein.

Einige Besucher waren von weither angereist. So Stefanie Pielkielny, Leiterin der Jugendarbeit von drei Gemeinden im Kirchenkreis Rendsburg-Eckernförde. Für ihren Arbeitsplatz werde eigentlich ein Studium vorausgesetzt, erzählte sie, doch sie habe es auch so geschafft. Das verdanke sie ihren fünf „Lehrjahren“ im Kindergarten von Silke Maaß. Für alle gab es zum Abschluss vor der Kirche einen Empfang mit Sekt, Saft und leckeren Häppchen. Kinder waren selbstverständlich auch eingeladen.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 12.Sep.2016 | 16:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen