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Jahreshauptversammlung : Schreber zahlen ihren Neubau selbst

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mitglieder geben 35.000 Euro für neues Vereinsheim in der Kolonie „Nieland“ frei.

Wedel | Die 89 anwesenden Schreber wurden still im Grillrestaurant Kingz, als Stadtpräsident Ulrich Klövekorn  (CDU) zu seinem Grußwort bei der Jahreshauptversammlung des Schrebergarten-Vereins Wedel ansetzte. „Ich weiß, dass viele von Ihnen auf eine Erklärung von mir warten, warum die Mehrheit der Politik entschieden hat, ihrem Verein keine Förderung zu zahlen“, sagte er. Die Laubenpieper hatten die Stadt um einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro für den Wiederaufbau des abgebrannten Vereinsheims in der Kolonie „Nieland“ gebeten. „Meine Kollegen meinten, pass bloß auf, dass Du keine Schläge bekommst“, scherzte Klövekorn. Die blieben Freitag auch verbal aus.

„Der Hauptgrund ist, dass der Haushalt nicht in einer soliden Lage ist. Das lässt es aus Sicht der CDU-Fraktion, für die ich hier nur sprechen kann, nicht zu, Zuschüsse an Vereine zu zahlen“, sagte Klövekorn. Ziel der Politik sei es, jedes Jahr ein Überschuss von einer Million Euro zu erzielen, um den Haushalt zu konsolidieren. „Für Ausgaben wie für Ihr Vereinsheim haben wir keine Deckung“, sagte der Stadtpräsident und betonte: „Das ist keine Entscheidung der Verwaltung, sondern eine rein politische. Die Verwaltung kann das gar nicht entscheiden.“ Klövekorn hoffte auf die Eigeninitiative der Schreber: „Damit haben Sie immer viel bewegt.“ Einer von ihnen rief in den Raum: „Dann müssen wir demnächst andere Leute wählen.“

„Da wir mit unserem Antrag gescheitert sind, geriet der Wiederaufbau des Hauses in Schieflage“, erläuterte Rechnungsführer Dirk Augner. 110000 Euro erhält der Verein von der Versicherung für den Wiederaufbau. Das neue Koloniehaus soll allerdings größer werden, um dort auch ein Vereinsbüro unterzubringen. „Wir haben derzeit Unterschlupf bei der Awo gefunden, aber das ist keine Situation, die man über Jahre haben will“, sagte Augner. 160.000 Euro soll der Neubau nach aktuellen Schätzungen kosten. „Wir können das Haus so gut gestalten, dass es zukunftssicher ist“, so Augner. Drei Jahre habe der Verein Zeit, da ansonsten nur zwei Drittel der Versicherungssumme an den Verein ausgezahlt würden. „Ein Drittel der Schadenssumme würde verpuffen“, so Augner. „Jetzt geht es darum, dass wir loslegen können. Der Verein investiert zu den 110.000 Euro von der Versicherung 25.000 Euro. 15.000 Euro fließen von der Stadt Wedel als Entschädigungszahlungen für abgegebene Grundstücke in den Jahren 2008 und 2009. Zudem gibt der Gesamtverein der Kolonie „Nieland“ einen Kredit über 10.000 Euro, der aber zurückgezahlt werden muss.

Der Vorstand des Schrebergarten-Vereins kann mit den Planungen für den Neubau beginnen.

Der Vorstand des Schrebergarten-Vereins kann mit den Planungen für den Neubau beginnen.

Foto: Bastian Fröhlig
 

Der Vorstand der Kleingärtner hofft, dass der Neubau  bis Ende 2017 steht. „Das ist eine wichtige Entscheidung für die Zukunft des Vereins“, betonte der Vorsitzende Andreas Neumerkel. Das sahen die Vereinsmitglieder genauso. 85 Schreber stimmten mit „Ja“. Vier enthielten sich. „Was wir uns erträumt haben, wird endlich wahr“, sagte Augner.

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erstellt am 13.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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