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Zittern um 640 Jobs : Schneider Versand und Creatrade Holding melden Insolvenz an

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Traditionsfirma in Wedel ist in Gefahr. Die bangen jetzt um ihre Arbeitsplätze.

Wedel | Der Schock kam mit den Ostertagen für 640 Mitarbeiter des Wedeler Traditionsunternehmens Schneider und der Muttergesellschaft Creatrade: Gründonnerstag hat das Amtsgericht Pinneberg das vorläufige Insolvenzverfahren für den Werbemittelversender eröffnet. Eine Nachricht, die sich über die Feiertage via Internet und von Mund zu Mund verbreitete. Gestern gab’s traurige Gewissheit, als Insolvenzverwalter Oliver Dankert die Beschäftigten in Wedel informierte. Laut Dankert läuft der Geschäftsbetrieb uneingeschränkt weiter. Zudem erklärte der Insolvenzverwalter in einer  Pressemitteilung: „Wir haben erste Maßnahmen eingeleitet, die Löhne und Gehälter für die Monate April, Mai und Juni 2017 vorzufinanzieren.“ Tochtergesellschaften der Creatrade-Gruppe mit den Lifestyle-Marken Conleys, Impressionen sowie Mia Villa seien von der Insolvenz nicht betroffen.

Nach Angaben von Marc Breitfeld, neben Eric Dubois Geschäftsführer bei Creatrade, ist eine überraschend geplatzte Refinanzierung Grund für das vorläufige Insolvenzverfahren. Auf Anfrage unserer Zeitung hieß es gestern von Seiten des Mehrheitsanteilseigners Silverfleet Capital, man habe seit  dem Einstieg 2010 gemeinsam  mit Creatrade in einem zunehmend schwierigen Retail-Markt an der Fokussierung der Geschäftsausrichtung gearbeitet. „Wir haben mehrere Monate an verschiedenen Lösungen gearbeitet, unter anderem an der Bereitstellung von Wachstumskapital. Trotz intensiver Bemühungen haben wir uns mit den Banken leider auf keine Lösung einigen können, die auch der Verantwortung gegenüber den Investoren unserer Fonds entsprochen hätte.“

Wedels Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) wurde ebenfalls offiziell erst gestern  über die Lage bei einem der größten Arbeitgeber der Stadt informiert.  Von der Insolvenz betroffen sind 540 Beschäftigte in Wedel sowie 100 Mitarbeiter in einem Hamburger Lager. Dankert und Breitfeld hätten ihm glaubhaft versichert, dass das Ziel des Verfahrens eine Fortführung des Unternehmens sei. Zudem solle der Standort Wedel nicht infrage gestellt werden.  „Für die Stadt sind die Arbeitsplätze das Wichtigste. Wir werden nichts tun, was der Standortfrage zuwiderlaufen könnte“, so Schmidt. Der 1965 gegründete Schneider-Versand ist das operative Kerngeschäft der Creatrade-Gruppe.  Aktuell erwirtschaften laut Insolvenzverwalter 750 Beschäftigte der Gruppe mehr als 200 Millionen Euro Jahresumsatz.  

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erstellt am 19.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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