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Wedel-Schulauer Tageblatt

06. Dezember 2016 | 15:10 Uhr

„Schämt euch nicht und geht raus“

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Demenzgottesdienst Einladung in die St.-Gabriel-Kirche an Erkrankte, Angehörige, Freunde und alle, die Lust haben mitzufeiern

„Auch mit eurer Krankheit seid ihr Teil unserer Gemeinschaft. Das wollen wir Betroffenen und ihren Angehörigen sagen und zeigen“, sagt Pastor Helmut Nagel. Zusammen mit Altentherapeutin Nina Berg, Helferinnen der DRK-Ortsvereine Hetlingen und Haseldorf sowie dem Haseldorfer Liedermacher Jürgen Strehl lädt der Haseldorfer Demenzerkrankte mit Familien und Freunden sowie allen, die Lust haben, einen Gottesdienst mitzufeiern, ein. Die etwa 40-minütige Andacht mit Abendmahl findet am Sonntag, 6. November, um 15 Uhr in der St.-Gabriel-Kirche am Haseldorfer Schlosspark statt. Mit einem geselligen Beisammensein bei Kaffee und Kuchen im Gemeindehaus klingt der Nachmittag aus. Eingeladen sind alle Interessierten aus der Region.

„Wir möchten Betroffenen und ihren Angehörigen sagen: Schämt euch nicht. Traut euch und geht raus“, erläutert der Pastor. Angedacht ist, zweimal jährlich unter dem Titel „Gottesdienst nicht nur für Demenzkranke“ einzuladen. Bereits auf die Premiere, zu der die Kirchengemeinde Haseldorf-Hetlingen im vergangenen Jahr eingeladen hatte, war die Resonanz positiv. Und so stand schnell fest: Es muss eine Wiederholung geben. Am jetzigen dritten Gottesdienst sind erstmalig auch die Helferinnen der Haseldorfer Rotkreuzler beteiligt.

Neben Gottesdienstelementen wie bekannten biblischen Geschichten, vertrauten Gebeten sowie einer Sprache, die Bilder entfaltet, soll es Angebote zum Mitmachen geben. „Wir wollen mit allen Sinnen wahrnehmen“, so der Plan. Ein besonderes Augenmerk liegt diesmal auf dem Geschmackssinn. „Schmecket und sehet, wie freundlich Gott ist“, lautet der Psalm, den Pastor Nagel in den Mittelpunkt stellt.

„Über die Sinnesorgane ist es oft möglich, einen Zugang zu den Erkrankten zu finden“, weiß Berg aus der Praxis. Musiker Strehl begleitet den Gottesdienst mit hoch- und plattdeutschen Liedern. Zu seinem Repertoire gehören „Ik wull wi weern noch kleen, Jehann“ und andere Stücke, die Erinnerungen wecken. „Unser Motto ist: Jeder kann, keiner muss“, sagte Nagel. Wenn jemand während des Gottesdienstes aufstehen möchte, sei das in Ordnung. „Das ist das Spannende. Wir wissen nicht, was passiert“, ergänzt er. Das Team vom Roten Kreuz packt überall da an, wo Hilfe nötig ist: beim Aussteigen aus dem Auto oder bei der Begleitung zum Platz. Beim anschließenden Beisammensein wollen Gastgeber und Gäste ins Gespräch kommen.

Wer einen Fahrservice in Anspruch nehmen möchte, wird gebeten, sich bis Freitag, 4. November, unter Telefon (0  41  29)  2  41 über das Haseldorfer Kirchenbüro mit den Organisatoren in Verbindung zu setzen.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 16:00 Uhr

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