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Wedel-Schulauer Tageblatt

09. Dezember 2016 | 06:58 Uhr

Reepschlägerhaus: So geht es weiter

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Kontinuität Vor vier Wochen starb Werner Wietek, der Wirt des ältesten Hauses der Stadt / Das hat jetzt wieder bis 22 Uhr geöffnet

Seit vergangenen Dienstag ist das Reepschlägerhaus wieder während der bekannten Öffnungszeiten zu besuchen, verkündet Anja Badners, Vorsitzende des Förderkreises, erleichtert. Das bedeutet: Gäste können wieder abends bis 22 Uhr in der Teestube oder im prächtigen Garten verweilen, einen Happen essen, etwas trinken und die Kunst an den Wänden auf sich wirken lassen. Nach dem Tod von Werner Wietek vor einem Monat, der das älteste Haus der Stadt knapp 40 Jahre als Wirt, Restaurator und Gartengestalter betreute, konnten als schnelle Interimslösung bisher nur verkürzte Öffnungszeiten ermöglicht werden. „Bis jetzt hatten wir keinen Tag geschlossen“, sagt Badners nicht ohne Stolz.

Kai Picht, der neben dem Reepschlägerhaus einen Catering-Service anbietet, ist eingesprungen. Er betreibt die Teestube erst einmal bis zum 31. August. Was danach kommt, muss verhandelt werden. Dem Förderverein als Pächter und der Stadt als Besitzer ist so Zeit gegeben, zu sondieren. Ein Betreiberwechsel gehe bei einem denkmalgeschützten Haus nicht automatisch und geräuschlos vonstatten, erklärt Burkhard Springer, zuständiger Fachdienstleiter in der Verwaltung. „Da muss geguckt werden, welche Aufsichtsnotwendigkeiten es dauerhaft gibt.“


Alle wollen das Gebäude erhalten


Richtung Brandschutz gebe es sicherlich noch Anfordungen, wenn auch keine großen Maßnahmen, schätzt Springer. Zudem erwartet er Auflagen bezüglich der Gaststättenkonzession. Im Reepschlägerhaus gibt es beispielsweise nur eine Damentoilette. Ab welcher Sitzplatzzahl sind zwei erforderlich, was ist technisch umsetzbar und was ist verhandelbar? Dies sind Fragen, mit denen sich Förderverein und Stadt vor einer Ausschreibung auseinandersetzen müssen.

Hochkompliziert ist auch der Umgang mit der Wohnung im Obergeschoss. Wietek wohnte dort umsonst und machte dafür den Garten, das war die Verabredung. Wenn der neue Wirt dort aber nicht einziehen will? Eine Fremdvermietung ist nahezu ausgeschlossen. Probleme und Fragen, die die Köpfe des Vorstands rauchen lassen. „Im Moment finden wir uns fast jeden Tag zusammen. So viele generelle Dinge sind zu bedenken“, berichtet Badners. Unbedingte Verpflichtung bleibt den Förderern in jedem Fall das Credo der Vereinssatzung: den Erhalt und die Zugänglichkeit des Denkmals für die Öffentlichkeit zu gewährleisten, versichert die Vorsitzende.

Auch Springer betont, dass es städtischer und politischer Wille sei, das Reepschlägerhaus weiterhin zu unterhalten. „Inhaltlich sind wir klar“, beschreibt er die Gespräche mit den Förderern. Kompliziert wird es durch die vielen Auflagen.

 

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