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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Rathaus: Fluchtwege mit Tücken?

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Barrierefreiheit Senioren kritisieren Brandschutz

Behördengänge, Trauungen, politische Sitzungen oder Kulturveranstaltungen – es gibt viele Gründe, warum Wedeler das Rathaus der Rolandstadt besuchen. Daher soll der Gebäudekomplex vor dem Bahnhof auch für Menschen mit Behinderung oder ältere Bürger möglichst barrierefrei sein. Hans Ehrich und Jürgen Piepgras von der „Gruppe 7“ – einer Initiative, die sich für die Interessen von Senioren einsetzt – äußern nun Zweifel an der Rollstuhltauglichkeit des Hauses. Ihre Frage: Was passiert, wenn es brennt?

„Rollstuhlfahrer können zwar mit dem Fahrstuhl in den ersten Stock. Im Brandfall können sie diesen aber nicht benutzen – wie kommen sie dann die Treppe herunter?“, sagt Ehrich. Wenn ein seniorenrelevantes Thema auf der Tagesordnung stehe, könnten schnell mehrere mobilitätsbeschränkte Personen im Ratssaal im ersten Stock sein. Ehrich und Piepgras bezweifeln, dass die Menschen alle schnell genug evakuiert werden könnten. „Dieses Problem ist ja auch dann nicht gelöst, wenn alle Vorschriften von der Stadt eingehalten wurden. Mit dem Leben eines Menschen darf man kein Roulette spielen“, so Ehrich. Nach Ansicht der beiden „Gruppe 7“-Mitglieder müsse die Stadt konkreter für den Ernstfall planen. Sie plädieren außerdem dafür, dass Rollstuhlfahrer oder Rollatorennutzer den ersten Stock gar nicht mehr betreten müssten. Gespräche mit Sachbearbeitern könnten auf Wunsch im Erdgeschoss abgehalten werden, Veranstaltungen im Ratssaal per Videoschaltung in das untere Stockwerk übertragen werden.

Stadtsprecherin Stefanie Bossen erklärt auf Nachfrage dieser Zeitung das Notfallkonzept der Stadt: Bei Brandalarm seien fest benannte Stockwerksbeauftragte dafür verantwortlich, dass die entsprechenden Gebäudebereiche evakuiert werden. „Personen, denen das nicht möglich ist, werden von diesen – gegebenfalls unter Zuhilfenahme weiterer Personen oder eines vorhandenen Rettungsstuhls – entweder aus dem Gebäude getragen oder in sichere Bereiche gebracht“, so Bossen. Es gebe beispielsweise Flucht-Treppenhäuser, deren Wände in Brandschutzqualität ausgearbeitet seien. Die Feuerwehr könne die Menschen von dort aus dem Gebäude holen. Das Vorgehen im Brandfall werde durch regelmäßige Evakuierungsübungen geprobt. Bossen: „Die Übungen erfolgen unangekündigt und werden durch die Mitarbeiter des Rathauses sehr ernst genommen.“

Die Stadtsprecherin betont, dass sich die meisten Bereiche des Bürgerservice ohnehin im Erdgeschoss befänden. Grundsätzlich bestehe bereits die Möglichkeit, dass sich Bürger mit Mitarbeitern im unteren Stockwerk treffen. Davon ausgenommen seinen Veranstaltungen, die zwingend in bestimmten Räumen stattfinden müssten, wie Ratssitzungen oder Eheschließungen. Die Zahl der Rettungsstühle im Rathaus solle in den kommenden Jahre schrittweise weiter erhöht werden.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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