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Wedel-Schulauer Tageblatt

01. Juli 2016 | 06:33 Uhr

Haustiere weg : Rätselhaftes Katzen-Verschwinden in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Dass Katzen verschwinden, kommt vor. In Wedel lag die Zahl 2013 im zweistelligen Bereich. Die Umstände sind mysteriös.

Wedel | 2013 – ein Jahr, das viele Katzenfreunde in Wedel vor allem mit einem verbinden: Verunsicherung, Verlustschmerz und dem Verdacht, dass irgendetwas im Busch ist in der heimischen Haustierwelt. Verschwundene Katzen: Das kommt vor. Aber eine zweistellige Zahl? Im Schnitt eine Katze im Monat? Fast alle stammen aus dem Wedeler Moorweggebiet und der Altstadt. Und das sind nur die, von denen Besitzer durch andere oder von einschlägigen Seiten und Foren im Internet wissen, etwa dem der Tierschutzorganisation „Tasso“. „Das ist nicht normal“, sagt Susan Steffens.

Sie hat recherchiert, gefragt, beobachtet. Denn seit dem 21. August gehört sie selbst zu den Betroffenen, die ein Schicksal teilen: den Verlust ihrer vierbeinigen Lieblinge. „Calimero“ – neun Jahre gehörte er zur Familie Steffens, von Katzenbabybeinen an. Er war Freigänger: Tagsüber draußen in seinem Revier, dem Norden der Wedeler Moorwegsiedlung, abends, gegen 21.30 Uhr, kam er nach Haus. „Nur an einem Tag nicht. Da war er versehentlich eingesperrt in einer Garage.“

Das war auch Steffens’ Hoffnung, als „Calimero“ Ende August nicht heimkam  – sie sollte nicht erfüllt werden. Alles Suchen, Rufen, mit Menschen sprechen, die den Kater gut kannten, alle Anrufe bei Tierheimen, Polizei, Bauhof – sie halfen nichts. Für Steffens ist es mittlerweile Gewissheit: „Wir werden Calimero nicht wiederfinden.“

Immer wieder werden Aushänge abgerissen

Eine traurige Erkenntnis, in die sich aber auch noch ein anderes Gefühl mischt. Denn die Umstände, die mit den Verlusten der vielen Katzenbesitzer einhergehen – sie sind oft ähnlich unnormal wie das gehäufte Verschwinden selbst, weiß Steffens. Da ist zum einen die Beobachtung, dass  die toten Tiere in aller Regel nirgendwo wieder auftauchen – ob tödlich verletzt, überfahren oder eben natürlich gestorben. In einem Fall hing ein Kadaver im Baum. Hinzu kommt, dass Vermissten-Plakate in mehreren Fällen wiederholt abgerissen wurden. Teilweise wurden sie anonym bei den Besitzern der Tiere  in den Briefkasten gesteckt, berichtet Steffens.

Solche Beobachtungen, die auch andere Katzenfreunde gemacht haben, und die auffällig hohe Zahl an verschwundenen Tieren lässt die Wedelerin zu dem Schluss kommen: Das Katzen-Verschwinden ist Menschenwerk – zumindest in Teilen. Ihre Hoffnung ist nun, dass es durch andere Menschen wieder aufhört. Durch Menschen, die etwas gesehen haben, etwas wissen, helfen können, das traurige Mysterium aufzuklären. Damit 2014 ein besserer Jahr wird für Wedels Katzenliebhaber.

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erstellt am 16.Jan.2014 | 12:00 Uhr

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