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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 10:57 Uhr

Quartier ist noch nicht winterfest

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

TafelHelfer richten sich in neuem Domizil gut ein und hoffen auf weitere Sponsoren für die Finanzierung fehlender Ausstattungsteile

Seit Mai agiert die Wedeler Tafel bereits in ihrem neuen Domizil im Kronskamp 132. Vieles ist sogar besser als erwartet, fasst Karin Kost die bisherigen Erfahrungen zusammen. Ganz besonders freut sich die Vorsitzende über „die tollen Nachbarn, die auch gern helfen, wenn Not am Mann ist“. Verflogen ist die Sorge, der neue Platz könnte für die Kunden schwerer zu erreichen sein. Im Gegenteil, für viele sei die jetzige Adresse günstiger, registriert Kost. Andererseits ist immer noch viel zu tun, und für manche wichtige Anschaffung fehlt das Geld.

Die erste Bedrohung ist der bevorstehende Winter. Es fehlt nämlich eine Tür, die den Windfang gegen die Kälte abschließt. Vor dem abschüssigen Eingang zum ehemaligen Lager muss außerdem der Abfluss defekt sein. Bei stärkerem Regen gab es Überschwemmungen. Das hat dem sanierten Fußboden erste Beulen eingebracht.

Der Vermieter sei sehr entgegenkommend, freut sich Kost. Auch bei der Höhe der Miete habe er sich äußerst kulant gezeigt. 500 Quadratmeter stehen der Tafel zur Verfügung. Aber die müssen auch gereinigt werden. Eine Scheuer-Saug-Maschine wäre ideal, so die Vereinschefin, aber dafür müsste erst ein Sponsor gefunden werden. Bis dahin wird geschrubbt. Harte Arbeit für die freiwilligen Helferinnen, die zumeist im Rentenalter sind.

Schöne neue Fenster gibt es in dem frisch geweißten Raum, aber von draußen sollten sie durch engmaschige Gitter geschützt werden – gegen Mäuse, Ratten und Einbrecher. Auch hierfür fehlt das nötige Geld.

Der Verein finanziert sich zum Teil über Beiträge der 260 Mitglieder, mindestens sechs Euro pro Person und Jahr. „Über mehr freuen wir uns natürlich“, gibt Kost zu verstehen. Ein Mitglied habe sich das nicht zwei Mal sagen lassen und überweise jedes Jahr 400 Euro, so die Chefin. Außerdem finden sich hin und wieder großzügige Spender, fügt sie dankbar hinzu.

Knapp 100 Frauen und Männer gehören zum aktiven Helferteam. Kräftig müssen sie sein, vor allem die Fahrer, denn zu ihrem Job gehört Kisten schleppen. „Wir hätten gern noch ein paar Leute in Reserve, falls mal jemand ausfällt“, wünscht sich Kost.

Die Tafel bedient bis zu 400  Kunden pro Woche, immer mittwochs von 15.20 bis 17.15 Uhr. Für jeden berechtigten Haushaltsangehörigen gibt es eine Tüte mit Brot, Gemüse und Obst. Erwachsene zahlen 50 Cent pro Tüte, Kinder zahlen nichts. Zusätzliches wie Molkereiprodukte und Wurstwaren wird auf den Tresen bereitgehalten und nach einem vorgegebenen Schlüssel verteilt.

Damit das alles ohne Stau abläuft, sind die Kunden in elf Gruppen organisiert. Jede hat eine Farbe, die sich auf den einzelnen Kundenkarten wiederfindet. Ein Aushang zeigt an, in welcher Reihenfolge die Gruppen bedient werden. Bis dahin kann jeder entspannt in der Wartezone Platz nehmen.


>  www.tafel-wedel.de


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