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Wedel-Schulauer Tageblatt

08. Dezember 2016 | 21:18 Uhr

Politik hält an Anleger für Traditionsschiffe fest

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Planungsausschuss nickt mehrheitlich verteuerte Neuplanung ab / Stadt will sich „nur interimsweise“ um Hafenbetrieb kümmern

Grünen-Fraktionschef Olaf Wuttke brachte es im Planungsausschuss bildlich auf den Punkt: Im Gegensatz zu den üblichen Gezeiten an der Unterelbe gebe es bei der Hafenbau-Finanzierung keine Tide: „Da herrscht ständig Flut.“ Erneut musste die Politik eine Kostensteigerung abnicken – diesmal beim Anleger für Traditionsschiffe. Wie berichtet wird der Ponton, der auf Höhe des alten Anlegers der Lühe-Schulau-Fähre installiert werden soll, knapp 400  000 statt der geplanten 244  000 Euro kosten. Grund sind Mehrkosten bei Sohlsicherung und Dalbeninstallation sowie für eine Trinkwasserversorgung auf dem Ponton. Eine Verteuerung, die auch Linke und SPD kritisierten. Die Sozialdemokraten forderten die Verwaltung auf, im Sinne der Transparenz der Entscheidung die aktuelle Kostenplanung darzustellen und wollten vertagen – mehrheitlich abgelehnt.

Die CDU könne der Fortführung der Planung trotzt der Kostensteigerung zustimmen, sagte Ausschusschef Michael Schernikau für seine Partei. Er könne aber die kritische Haltung anderer Fraktionen verstehen. Auch die CDU habe Bauchschmerzen dabei, dass es bei jedem Teilprojekt zu Verteuerungen komme, so Schernikau. Er erinnerte jedoch daran, dass es erneut gelinge, den Gesamtkostenrahmen durch Umschichtungen und Abspecken bei weiteren Teilmaßnahmen des Hafenumbaus zu halten. Mit der CDU stimmten Grüne und FDP für die Anleger-Planung unter neuen finanziellen Vorzeichen.

Bauamtschef Klaus Lieberknecht erläuterte zudem die neuen Pläne zum Bau eines festen Schlengels. Die Verwaltung plane ihn als öffentlich begehbare Promenade. Damit sei er Teil des Hafens und könnte wie der gesamte Umbau von Städtebauförderung profitieren. Wie berichtet hatte Lieberknecht bei der öffentlichen Vorstellung des Ostmolen-Projekts erklärt, die Stadt plane den Schlegelbau, um Anlegemöglichkeiten zu schaffen, nachdem sich trotz intensiver Suche bislang kein Betreiber für den Hafen gefunden habe. Auf Nachfrage betonte der Bauamtschef im Ausschuss, die Stadt wolle den Hafen nicht selbst betreiben, sondern sich „nur interimsweise“ darum kümmern, dass ein Hafenbetrieb stattfinden könne.

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erstellt am 07.Jul.2016 | 16:00 Uhr

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